Kanzlerin in China Deutsche Wirtschaft beklagt sich über China

Der Markt mag der größte der Welt sein – doch die chinesische Regierung stellt Investoren weiterhin Hürden. In Anwesenheit der Kanzlerin machten deutsche Firmenchefs ihrem Unmut Luft. Anlässe zur Klage gibt es viele.
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Im Rücken von Angela Merkel beschwert sich die deutsch Wirtschaft über die Bedingungen in China. Quelle: dpa

Im Rücken von Angela Merkel beschwert sich die deutsch Wirtschaft über die Bedingungen in China.

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PekingZoff in der chinesischen Hafenstadt Tianjin: Deutsche Firmen beklagen sich bei Premier Wen Jiabao über die Geschäftsbedingungen in China. Wichtigster Kritikpunkt war die Vergabe öffentlicher Aufträge. „Es geht uns darum, die Früchte unserer langjährigen Investitionen in Ihrem Land ernten zu können“, sagt Lorenz Zwingmann, der Chef des Zugausrüsters Knorr-Bremse.

Merkel selbst hatte zuvor ein Beispiel genannt. Zahlreiche Gemeinden in China beteiligen deutsch-chinesische Gemeinschaftsunternehmen nicht mehr an der Vergabe von Aufträgen für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Hintergrund ist die Entwicklung der technischen Fertigkeiten im Inland: Häufig findet sich in der Region ein Zughersteller, der ähnliche S- und U-Bahnen bauen kann.

Kanzlerin Angela Merkel befindet sich derzeit auf einer zweitätigen Chinareise aus Einladung von Premier Wen Jiabao. Ein Treffen mit Wirtschaftsvertretern beider Seiten gehört zum Ritual solcher Besuche: An der Stirnseite des Raumes sitzen dabei die beiden Regierungschef, rechts vor ihnen aufgereiht die deutschen Firmenchefs. Diesen links gegenüber sitzen die chinesischen CEOs.

Ein heiß diskutiertes Thema war bei der gegenseitigen Aussprache auch das Thema Ideenklau. Während China sich in der Vergangenheit überhaupt nicht um Patente gekümmert hat, verwenden die Firmen des Landes dieses Mittel nun inflationär. „Wir sind etwas besorgt über die Flut der Patente und Gebrauchsmuster“, sagte Martin Brudermüller, Vorstandsmitglied der BASF. Da die Chinesen alles und jedes patentierten, wachse für ausländische Spieler die Gefahr, unwissentlich ein Schutzrecht zu verletzen und Ärger zu bekommen.

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13 Kommentare zu "Kanzlerin in China: Deutsche Wirtschaft beklagt sich über China"

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  • Deutsche Firmen haben in China billig produzieren lassen, damit ihre Gewinne stetig stiegen. Sie haben dort Arbeitskräfte ausgebeutet und sich einen Dreck um den Umweltschutz gekümmert. Billig produzierter Plunder wurde um den halben Erdball geschippert. Ein Paradies.

    Nun kommen die Schattenseiten und der Kapitalist jammert.

    DDR Merkel ist den Rotchinesen freundlich gesinnt.

    Die Chinesen sind unsere Freunde. Deshalb engagieren wir uns vor Ort und bauen Fabriken zur Herstellung für Airbus und Eurocopter. Als Beweis unseres Vertrauens dürfen die chinesischen Partnerfirmen natürlich 51% an diesen Gemeinschaftsunternehmen halten.

    Die Chinesen werden es uns danken. Im wahrsten Sinn des Wortes.

  • an Tabu, schon richtig, der Hauptgrund des Wachstums ist aber das unbarmherzige Verhalten der Fabrikbesitzer, die wie zu Zeiten der übelsten Industralisierung die Menschen ausbeuten.
    Geiz ist geil war ein Wegbereiter. Alles musste noch billiger sein.

    Die Menschen arbeiten in Mehrschichtenbetrieb bis zu 10 -14 Stunden für eine "Handvoll Reis". Sie müssen in Fabrikcontainer schlafen, deren Betten noch schön warm von den Arbeitern der Spätschicht sind.

    Und dafür dürfen sie dann noch einen Batzen Geld wieder an die Fabrikbesitzer zahlen.

    Ausserdem kennen die Chinesen keine Gewerkschaften, keine gesetzlichen Auflagen wie Umwelt- und Arbeitsschutz usw.

    Da lässt sich schön billig das neuste IPHONE herstellen.

  • und genau dagegen ist wer??? Ja unsere Politwachtel Merkel, Solarindustrie ade...

    Das ist für mich endgültig der ultimative Beweiss, dass Merkel genau für diesen Zweck auserwählt wurde.

    Die völlige Zerstörung der deutschen Souveränität!

  • stimme Ihnen völlig zu. Es kotzt mich echt an wenn ich in Deutschland bei Sonnenblumenkerne, Haselnüsse, Steinpilze Herstellungsland CHINA lese!
    Gehts eigentlich noch???
    fast alle markenhersteller fertigen mittlerweile in der Weltwerkbank China, Apple GSTAR adidas jetzt auch noch Airbus und VW haben die alle NICHTS gelernt?

    Zuerst wird das Deutsche Knowhow kopiert, dann immitiert und zum Schluss limitiert.

    Ich habe als Autoreporter einige Zeit für eine Zeitung gearbeitet und war mehrfach auf der Genfer Automesse.

    Die Chinesen sind dort zu "Tausenden" unterwegs mit Fotoapparaten und fotografieren ALLES wirklich alles, kriechen in den Motorraum und machen Makroaufnahmen von jeder Schraube.

    Das ist die pure Wahrheit!

  • ---@ mx1

    man merkt, Sie haben ihre Daten aus der Bildzeitung und denken am Ende noch, Sie wissen was passiert. Daumler war damals genau so schlau, wie Sie und hat mit ihrer Inkompetenz ca. 100 mrd € versenkt.

    Sie denken doch wohl nicht im Ernst, dass wir unser Wissen um die Märkte in der Bildzeitung abdrucken lassen?

    Aber träumem Sie ruhig weiter


  • @pr-d
    Schön und recht.
    Sie sind auch ganz schön naiv. Sie glauben wahrscheinlich immer noch, dass China nach den Gesetzen der Märkte agiert. China macht das, was die Eu machen sollte. Sich nach uassen so viel wie möglich abschotten und nur das reinlassen, was man benötigt. Hat man das Know How, dann den Fremdling sanft über Marktregeln (keine Aufträge mehr) entfernen. Patente werden in China mit Vorsatz verletzt, Pläne wie bei VW einfach entwendet und da wird nichts passieren, weil sonst VW aus China rausfliegt. Aber die Quartalszahlen müssen stimmen, deshalb verschenkt man das Know How lieber. Ganz schön blöd.

    Nur, wer soll die in China billig produzierten aber bei uns teuer verkauften Waren dann kaufen?
    Bei uns gehen immer mehr Arbeitsplätze verloren, die letzten KnowHows werden von China aus Deutschland in den kommenden 5-10 Jahren abgesaugt. Da bleibt dann nicht mehr viel übrig.
    Als nächstes verkauft das Großkapital dann die Ackerflächen an China.

  • alles zusammen geklaut und ausspioniert,bis man es
    selber kann..zusätzlich Patente drauf erhoben und
    Rohstoffe en masse eingelagert oder unzugänglich
    gemacht.Andere Märkte mit Plagiate überschüttet.
    Genau da,müssen wir nun betteln gehen..
    und die deutschen Unternehmer in China kriegen das
    heulen und Zähne klappern...
    China hat sich reich betrogen an anderer Staaten
    Know how..anders kann man deren
    rasanten Aufschwung aus der Armut nicht bezeichnen.

  • Tja, das nennt man Globalisierung. Solange sich die Proletarier aller Länder nicht wehren, bleibt das soziale Gefälle und die Umverteilungsmaschine läuft auf Hochtouren, bis es wieder richtig kracht. Im kleineren Maßstab ist alles schon mal da gewesen. Leider lernt der Mensch daraus nichts. Traurig, traurig, traurig!

  • Die politische Lösung ist sehr einfach:

    Zölle auf chinesische Waren! Wir brauchen deren Zeug nicht.

    Ohne Druck geht nichts in der Politik.


  • Produktion und Arbeitsplaetze aus Deutschland/Europa nach China zu exportieren - und das teils mit EU Unterstuetzung - ist einer der groessten Irrtuemer der juengeren Geschichte. Immer dem Profit hinterher ! Dann laeuft man ploetzlich gegen eine unuaberwindbare Wand. Gleichzeitig wird die Produktion in Europa ausgeblutet, waehrend alle Supermaerkte in kommunistischer Uniformitaet qualitaetsarme Billigware ( die inzwischen nicht mehr billig ist) fast nur noch aus China anbieten.

    Waere dieser grosse wirtschaftliche Fehler nicht begangen, die EWG aber weiter bestehen und wuerden hohe Zoelle fuer Fernostimporte die hiesigen Arbeitskosten /Arbeitsplaetze schuetzen, dann waeren viele wirtschaftlichen Missbildungen einschliesslich der Euro Schwaeche weniger dramatisch oder nicht vorhanden.

    Unsere Leute in Europa haetten Arbeit und Brot. Oder will jemand behaupten, dass wir 1970 - 1989 schlecht gelebt haetten? wir sprechen vom Normalbuerger, nicht von vulgaeren Neureichen, der keine moralische Grenze bei seiner Gier nach Geld in den Genen hat. Aber gerade solche Individuen beeinflussen seit Jahrzehnten die europaeischen Projekte. Es ist eine Rechtfertigungsindustrie entstanden, um die -zigfach vermehrten Profite durch Hungerloehne und Umweltsuenden in China und Co zu verschleiern.
    So viele Luegen , wie fuer die angebliche europaeische Integration den Voelkern in Europa verkuendet wurden, so viele alternativlose Regulierungen lassen sich gar nicht mehr zusammen fassen. Frau Merkel ist aus Ahnungslosigkeit in die Tretmuehle dieser neu-europaeischen Tendenz geraten. Unwissenheit schuetzt aber nicht davor eines Tages als Volksuebeltaeter gebrandmarkt zu werden.

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