Kanzlerin in China
Deutsche Wirtschaft beklagt sich über China

Der Markt mag der größte der Welt sein – doch die chinesische Regierung stellt Investoren weiterhin Hürden. In Anwesenheit der Kanzlerin machten deutsche Firmenchefs ihrem Unmut Luft. Anlässe zur Klage gibt es viele.
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PekingZoff in der chinesischen Hafenstadt Tianjin: Deutsche Firmen beklagen sich bei Premier Wen Jiabao über die Geschäftsbedingungen in China. Wichtigster Kritikpunkt war die Vergabe öffentlicher Aufträge. „Es geht uns darum, die Früchte unserer langjährigen Investitionen in Ihrem Land ernten zu können“, sagt Lorenz Zwingmann, der Chef des Zugausrüsters Knorr-Bremse.

Merkel selbst hatte zuvor ein Beispiel genannt. Zahlreiche Gemeinden in China beteiligen deutsch-chinesische Gemeinschaftsunternehmen nicht mehr an der Vergabe von Aufträgen für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Hintergrund ist die Entwicklung der technischen Fertigkeiten im Inland: Häufig findet sich in der Region ein Zughersteller, der ähnliche S- und U-Bahnen bauen kann.

Kanzlerin Angela Merkel befindet sich derzeit auf einer zweitätigen Chinareise aus Einladung von Premier Wen Jiabao. Ein Treffen mit Wirtschaftsvertretern beider Seiten gehört zum Ritual solcher Besuche: An der Stirnseite des Raumes sitzen dabei die beiden Regierungschef, rechts vor ihnen aufgereiht die deutschen Firmenchefs. Diesen links gegenüber sitzen die chinesischen CEOs.

Ein heiß diskutiertes Thema war bei der gegenseitigen Aussprache auch das Thema Ideenklau. Während China sich in der Vergangenheit überhaupt nicht um Patente gekümmert hat, verwenden die Firmen des Landes dieses Mittel nun inflationär. „Wir sind etwas besorgt über die Flut der Patente und Gebrauchsmuster“, sagte Martin Brudermüller, Vorstandsmitglied der BASF. Da die Chinesen alles und jedes patentierten, wachse für ausländische Spieler die Gefahr, unwissentlich ein Schutzrecht zu verletzen und Ärger zu bekommen.

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Frust über reduzierten Export von seltenen Erden

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  • Deutsche Firmen haben in China billig produzieren lassen, damit ihre Gewinne stetig stiegen. Sie haben dort Arbeitskräfte ausgebeutet und sich einen Dreck um den Umweltschutz gekümmert. Billig produzierter Plunder wurde um den halben Erdball geschippert. Ein Paradies.

    Nun kommen die Schattenseiten und der Kapitalist jammert.

    DDR Merkel ist den Rotchinesen freundlich gesinnt.

    Die Chinesen sind unsere Freunde. Deshalb engagieren wir uns vor Ort und bauen Fabriken zur Herstellung für Airbus und Eurocopter. Als Beweis unseres Vertrauens dürfen die chinesischen Partnerfirmen natürlich 51% an diesen Gemeinschaftsunternehmen halten.

    Die Chinesen werden es uns danken. Im wahrsten Sinn des Wortes.

  • an Tabu, schon richtig, der Hauptgrund des Wachstums ist aber das unbarmherzige Verhalten der Fabrikbesitzer, die wie zu Zeiten der übelsten Industralisierung die Menschen ausbeuten.
    Geiz ist geil war ein Wegbereiter. Alles musste noch billiger sein.

    Die Menschen arbeiten in Mehrschichtenbetrieb bis zu 10 -14 Stunden für eine "Handvoll Reis". Sie müssen in Fabrikcontainer schlafen, deren Betten noch schön warm von den Arbeitern der Spätschicht sind.

    Und dafür dürfen sie dann noch einen Batzen Geld wieder an die Fabrikbesitzer zahlen.

    Ausserdem kennen die Chinesen keine Gewerkschaften, keine gesetzlichen Auflagen wie Umwelt- und Arbeitsschutz usw.

    Da lässt sich schön billig das neuste IPHONE herstellen.

  • und genau dagegen ist wer??? Ja unsere Politwachtel Merkel, Solarindustrie ade...

    Das ist für mich endgültig der ultimative Beweiss, dass Merkel genau für diesen Zweck auserwählt wurde.

    Die völlige Zerstörung der deutschen Souveränität!

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