Kanzlerin Merkel
Ein Arbeitsmarkt für ganz Europa

Ein gemeinsamer Arbeitsmarkt für Europa soll her. Das forderte die Kanzlerin in Schloss Meseberg bei einem Spitzentreffen. Fachkräftemangel und hohe Arbeitslosigkeit könnten so auf internationaler Ebene bekämpft werden.
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MesebergBundeskanzlerin Angela Merkel hat die Verwirklichung eines europäischen Arbeitsmarktes gefordert. Angesicht eines bereits verwirklichten Binnenmarktes in Europa und der Freizügigkeit von Arbeitskräften in der Union sollte nun die schrittweise Schaffung eines europäischen Arbeitsmarktes angegangen werden, sagte Merkel am Dienstagabend nach einen Treffen mit den Spitzen von Gewerkschaften und Wirtschaft in Schloss Meseberg nahe Berlin.

Merkel erklärte, für einen umfassenderen gemeinsamen Arbeitsmarkt spräche die Tatsache, dass etwa in Deutschland nach Fachkräften gesucht werde, während in vielen anderen europäischen Ländern eine hohe Arbeitslosigkeit herrsche.

Merkel traf sich bereits zum dritten Mal mit Gewerkschaften und Wirtschaftsvertretern, um über ein gemeinsames Vorgehen zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland zu beraten.

DGB-Chef Michael Sommer beklagte, dass es in Deutschland noch 1,5 Millionen junge Menschen gebe, die noch immer ohne eine Berufsausbildung seien. Merkel versicherte, hier solle gemeinsam nach Wegen gesucht werden, diese Zahl zu verringern. Ein gutes Ausbildungssystem sein zentral, um Deutschland zukunftsfähig zu halten, sagte Merkel. Vorbehalte ließ Merkel mit Blick auf ein Punktesystem bei der Zuwanderung von Fachkräften nach nordamerikanischem Vorbild erkennen.

Das strittige Thema Betreuungsgeld, das am Mittwoch auch auf der Tagesordnung des Kabinetts steht, wurde bei dem Treffen offenbar nur gestreift. Das es hierzu unterschiedliche Auffassungen gebe, sei bekannt, sagte Merkel.

Wirtschaftsminister Philipp Rösler nannte die Bekämpfung des Fachkräftemangels zentral für die Sicherung des Wirtschaftswachstums und zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kanzlerin Merkel: Ein Arbeitsmarkt für ganz Europa"

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  • Der EU Binnenmarkt ist auch ein EU Arbeitsmarkt ... wenn Frau Kanzlerin dies nicht weiss und JETZT erst hier handeln will, spricht dies Bände über Kenntnis und Respekt gegenüber der EU und seinen Regeln... Bei der Anerkennung von Abschlüssen/Berufsqualifikationen werden diese Regeln gewaltig missachtet usw.

  • Als Ergänzung noch dazu. Sie werden von ihrer Zuständigen Arbeitsamt "Fachkraft" übrigens bei den Gesprächen bewertet. Diese Bewertung sagt nichts über Ihrer Qualifikation aus, sondern die "Fachkraft" bewertet für das Amt, wie schnell es Ihr gelingen wird Sie wieder in eine Arbeit (egal welcher Art) zu bringen. Bewertet sie sie mit z.b in 12 Monaten vermittelbar, sollte diese Fachkraft das auch in diesem Zeitraum schaffen, ansonsten bekommt sie selsbt einen auf den Deckel. Genau deshalb wird den Menschen alles an Jobs aufs Auge gedrückt, wofür sie nicht einmal qualifiziert sein müssen. Ich hatte ein längeres Gespräch mit einer dieser Arbeitsamt Fachkräfte, da ich aufgrund von Krankheit nicht mehr alles machen konnte und ich trotzdem Stellenangebote zwischen Gute und Böse bekommen habe. Da wurde ich dann inoffiziell darüber aufgeklärt, was für Mißstände bei den Arbeitsagenturen herrschen. Wenn sie sich nicht über Tageszeitungen und oder anderen Medien um eine Arbeit kümmern, werden sie auch noch in 100 Jahren zu Hause sitzen. Erwarten sie keine Wunder vom Arbeitsamt, da sind Hopfen und Malz verloren.

  • Achso Fachkräftemangel, aha aha, soll ich mal anfangen zu lachen? Oder Soll ich lieber weinen? Die Lügen sich auch so die Taschen voll, dass ich nur noch kotzen möchte.

    Dreckspack

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