Kanzlerin Merkel in Japan „Das muss aus der Gesellschaft kommen“

Beim Besuch in Tokio zeigt sich Kanzlerin Merkel gewohnt diplomatisch. Heikle Themen geht sie sanft an und setzt sich für ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan ein. Nur einer kann ihr nicht die Hand geben.
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Herzlicher Empfang: Bundeskanzlerin Angela Merkel wird vor der Asahi Hamarikyu Hall in Tokio in Japan von einer Schülergruppe begrüßt. Quelle: dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf Japan-Reise

Herzlicher Empfang: Bundeskanzlerin Angela Merkel wird vor der Asahi Hamarikyu Hall in Tokio in Japan von einer Schülergruppe begrüßt.

(Foto: dpa)

TokioAsimo versucht Bundeskanzlerin Angela Merkel gleich zu Beginn ihres Besuchs im Zukunftsmuseum „Miraikan“ für sich zu gewinnen. Er habe gehört, sie möge Fußball, sagt er keck. Und nun will der Knirps Angela Merkel zeigen, wie toll er schießen kann. Diese bringt sich zaghaft in Stellung. Doch Museumsdirektor Mamoru Mohri hält Merkel am imaginären Spielfeldrand zurück. Asimo schießt direkt auf die Journalisten. Merkel applaudiert.

Zur Verabschiedung will sie ihm die Hand geben. Doch darauf ist der Kleine nicht vorbereitet. Er ist nur ein Roboter.

Das Bestaunen der Technologie, bei der Japan die Nase vorn hat, dürfte einer der leichteren Übungen für Merkel gewesen sein. Am Montagmorgen wollte der japanische Kaiser Akihito die Kanzlerin zu einer Audienz in seinem Palast empfangen. Es wird erwartet, dass sie über Themen sprechen, die beim G7-Gipfel unter deutscher Präsidentschaft im Juni in Bayern aufgerufen werden: Klimaschutz, Gesundheit, Sicherheit und Kriege.

Als heikleres Thema galt da schon die oft kritisierte Vergangenheitsbewältigung des Landes. Die Kanzlerin zeigte sich diplomatisch und umging bei ihren ersten Terminen, Japan direkt darauf anzusprechen.

In einer Diskussion mit Professoren und Studenten der Stiftung der linksliberalen Tageszeitung „Asahi Shimbun“ ermutigte sie Japan lediglich, sich mit seiner Kriegsvergangenheit offen auseinanderzusetzen. Dabei ging sie nicht auf die Kritik von Nachbarstaaten wie China ein, Japan bekenne sich nicht ausreichend seiner Schuld im Zweiten Weltkrieg. Stattdessen schilderte sie die deutsche Vergangenheitsbewältigung.

„Es gab eine große Bereitschaft in Deutschland, die Dinge beim Namen zu nennen“, sagte sie . Allerdings wäre die Wiederannäherung in Europa nicht möglich gewesen ohne die „großen Gesten“ und die Bereitschaft zur Versöhnung der von Deutschland überfallenen Staaten, betonte Merkel.

„Es gab großartige Persönlichkeiten, die sagten: Wir gehen ein Stück aufeinander zu.“ Sie hob dabei speziell Frankreich hervor. „Deutschland hatte das große Glück, dass wir wieder aufgenommen wurden in die Gemeinschaft der Völker.“

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