Kapital zurückbringen: Putins Appell an Russlands Wirtschaftsbosse

Kapital zurückbringen
Putins Appell an Russlands Wirtschaftsbosse

Russlands Wirtschaft leidet unter einem niedrigen Ölpreis und westlichen Sanktionen. Die Strafmaßnahmen könnten noch härter werden. Deshalb drängt Kremlchef Putin die russischen Geschäftsleute, ihr Kapital zurückzuholen.
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MoskauDie USA und Deutschland wollen den Druck auf Russland im Ukraine-Konflikt aufrecht erhalten. Angesichts drohender weiterer Sanktionen des Westens drängt der russische Präsident Wladimir Putin die Wirtschaftsbosse seines Landes nun, Kapital aus dem Ausland wieder in die Heimat zurückzuholen. Er warnte bei einem Treffen von Unternehmensführern in Moskau am Donnerstag davor, dass solche Gelder im Zuge neuer Strafmaßnahmen eingefroren werden könnten.

2014 wurde eine Rekord-Kapitalflucht von 151,5 Milliarden Dollar (rund 142 Milliarden Euro) aus Russland registriert. Putin hatte im Dezember eine Kapital-Amnestie vorgeschlagen, nach der das nach Russland zurückgebrachte Geld nicht nachträglich versteuert werden müsse und auch keine anderen Maßnahmen ergriffen würden.

Laut Putin habe die russische Wirtschaft noch nicht wieder richtig Fuß gefasst. Es sei zu früh, sich sicher zu fühlen, sagte er bei dem Treffen in Moskau. Finanzminister Anton Siluanow hatte sich auf derselben Veranstaltung zuvor überzeugt gezeigt, dass die angeschlagene Wirtschaft das Schlimmste hinter sich habe.

Das Bruttoinlandsprodukt sei im Januar zwar um 1,5 Prozent gesunken. Es gebe aber Anzeichen, dass das Land in eine Phase der Stabilisierung eingetreten sei. Nach Putins Worten geben die Fundamentaldaten der russischen Wirtschaft aber noch keinen Anlass für ein sicheres Gefühl.

Die russische Wirtschaft leidet unter den Sanktionen des Westens wegen der Ukraine-Krise und unter dem niedrigen Ölpreis. Ihr Rückgrat ist nach wie vor der Export von Energie- und Rohstoffen. Ein Großteil der Lieferungen geht nach Westeuropa, das sich gegenwärtig intensiv darum bemüht, seine Abhängigkeit von den russischen Lieferungen zu verringern.

Bei der Erschließung asiatischer Märkte steht Russland erst am Anfang. Auch ein Ende der westlichen Sanktionen ist nicht absehbar. Der EU-Gipfel in Brüssel wird eine Aufhebung wohl von der vollständigen Umsetzung des Minsker Waffenstillstandsabkommen machen. Auch die USA verfolgen diese Linie. Die EU wirft Russland vor, die Vereinbarungen nicht vollständig zu befolgen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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