AthenDie Schuldenkrise hat den griechischen Banken einen beispiellosen Aderlass beschert. Wegen der miserablen Bonitätsnoten sind sie seit Anfang 2010 nicht nur praktisch vom Interbankmarkt ausgeschlossen und zur Liquiditätsversorgung auf die EZB sowie auf Nothilfen (Emergency Liquidity Assistance, ELA) der nationalen Notenbank angewiesen. Auch viele Kunden verloren das Vertrauen in die Banken. „Ich will mein Geld“: immer häufiger hörten die Kundenberater der griechischen Banken in den vergangenen zwei Jahren diese Forderung.
Die Furcht vor einem drohenden Staatsbankrott und einer Rückkehr zur Drachme ließ viele Anleger um ihr Geld zittern. Nach Angaben der Bank von Griechenland schmolzen die Einlagen der griechischen Geschäftsbanken zwischen Dezember 2009 und Dezember 2011 von 237,5 auf 174,2 Milliarden Euro zusammen – ein Rückgang um 63,3 Milliarden oder 26,6 Prozent. Im vergangenen Jahr beschleunigte sich der Schwund: 35 Milliarden zogen die Griechen ab. Dieser Betrag entsprach immerhin 16 Prozent des letztjährigen Bruttoinlandsprodukts.
Einsparungen bei Ausgaben für Medikamente
Kürzungen bei Gesundheits- und Rentenfonds; 500 Millionen davon entstammen dem Budget einer neuen nationalen Organisation, die die Grundversorgung im Gesundheitswesen sicherstellen
soll, 15 Millionen Euro aus einem Fonds der Telefongesellschaft OTE und 21 Millionen aus einem Fonds der öffentlichen Stromversorger
Einsparungen im Verteidigungshaushalt, davon 300 Millionen durch Verzicht auf Neuanschaffungen und 100 Millionen bei den laufenden Kosten
Kürzungen bei öffentlichen Investitionen
Kürzungen bei Haupt- und Zusatzrenten
Einsparungen bei Personalausgaben
Einsparungen bei den Verwaltungsausgaben der Ministerien
Kürzungen im Haushalt des Agrar- und Nahrungsmittelministeriums, vor allem durch Streichung von Subventionen
Kürzungen im Bildungswesen, darunter 39 Millionen Einsparungen bei den Gehältern von Ersatzlehrern und Lehrern an griechischen Schulen im Ausland sowie zehn Millionen bei Forschung und Technologieförderung
Kürzung der Wahlkampfunterstützung
Einsparungen im Haushalt des Finanzministeriums durch Kürzung der Pensionen
Kürzungen bei der Kommunalförderung
Streichung von Überstunden von Ärzten in staatlichen Krankenhäusern
Kürzungen der Unterstützungsleistungen für Familien mit mehr als drei Kindern
Kürzungen im Kultur- und Tourismushaushalt
Kürzungen bei den Personalausgaben der staatlichen Versorger
Anders als oft vermutet, floss das meiste Geld allerdings nicht auf ausländische Bankkonten. Wie Finanzminister Evangelos Venizelos jetzt erklärte, beliefen sich die Auslandstransfers in den vergangenen zwei Jahren auf 16 Milliarden Euro. Davon ging knapp ein Drittel nach Großbritannien, wo Makler seit Beginn der Krise über stark wachsendes Interesse wohlhabender griechischer Kunden an Luxusimmobilien berichten. Knapp zehn Prozent der Gelder flossen in die Schweiz, der Rest nach Zypern und in andere Euro-Länder, auch Deutschland. Einige deutsche Geldinstitute stellten sogar Griechisch sprechende Kundenberater eigens für die Betreuung der aus Athen eingeflogenen Anleger ab.
Venizelos gehört weg von den Schalthebeln des Finanzministerium. Ich traue diesem Mann, der seit 16 Jahren in der Regierung sitzt, nicht über den Weg!!!
"Tatsächlich haben jene, die ihr Geld unter der Matratze aufbewahrten oder auf ausländischen Bankkonten parkten, ein schlechtes Geschäft gemacht. Denn in Griechenland hätten sie Rekordzinsen kassieren können: griechische Banken boten zuletzt für Termineinlagen Zinsen von fünf Prozent und mehr."
Mehr als erstaunlich, sollen wir doch die Zeche zahlen und uns werden 0,5 bis 1,5 % Zinsen geboten. Zudem hat doch die griechische Regierung per heute den ausländischen Gläubigern mit der Enteignung ihrer Forderungen mit 53 % gedroht. Seltsame Sitten, oder?
Wenn das so einfach geht, muss sich die hiesige Bankenaufsicht Gedanken über die Eigenkapitalanforderungen zu Staatsanleihen und -krediten machen. Die Dringlichkeit wird wohl darin liegen, dass letztlich jeder Staat, also auch unsere hiesige Bundesrepublik, zu diesem Hilfsmittel greifen kann.
Vielleicht ist es überhaupt auch sinnvoller Staatsanleihen in Bank- und Versicherungsbilanzen gänzlich zu verbieten. Diese Vorsicht wird die Commerzbank nachträglich bestätigen.
kann auch nur sagen nie wieder griechenland haben mich schon genug gekostet ( es lebe der schweizer franken )
21 Kommentare
Alle Kommentare lesen