Kapitalisierungszwang
Barrosos Krisenabwehr-Plan vergrätzt Banken

Die EU will Europas Banken mit milliardenschweren Kapitalspritzen stabilisieren. Doch der Plan von Kommissionschef Barroso stößt in der Finanzbranche auf wenig Gegenliebe. Vor allem in Deutschland regt sich Widerstand.
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BrüsselDie EU-Kommission hat einen neuen Anlauf zu einer umfassenden Antwort der Euro-Länder auf die Schuldenkrise gefordert. Der Teufelskreis aus Zweifeln über die Staatsfinanzen, die Stabilität der Banken und die Wachstumsaussichten Europas müsse endlich durchbrochen werden, sagte Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso am Mittwoch im Europäischen Parlament in Brüssel. „Wir brauchen eine umfassende Lösung - jetzt.“ Neben der Rekapitalisierung von Banken, neuen Hilfen für Griechenland und einer Stärkung des Euro-Rettungsfonds EFSF müsse schleunigst auch an Wachstumsimpulsen und einer deutlich strafferen Führung der Wirtschaftspolitik gearbeitet werden. Er wolle dem EU-Gipfel am 23. Oktober dazu einen Fahrplan vorlegen.

Die Euro-Länder hatten schon zu Jahresbeginn einen „umfassenden Ansatz“ zur Lösung der Schuldenkrise in Angriff genommen, nach Worten Barrosos ist dabei bisher aber nur Flickwerk herausgekommen, das die Krise nicht eindämmen konnte. Sein Plan enthält allerdings wenig Konkretes zu den bekannten Baustellen, an denen die Euro-Länder schon längst arbeiten. Die wichtigste neue Forderung Barrosos ist, den bislang erst ab Mitte 2013 geplanten dauerhaften Krisenmechanismus ESM schon früher, „zum Beispiel“ Mitte 2012 in Kraft zu setzen.

Mit Blick auf den befristeten Rettungsfonds EFSF forderte Barroso, der bestehende Garantierahmen müsse maximal ausgenutzt werden. Er äußerte sich allerdings nicht zu der zwischen Finanzministern und Europäischer Zentralbank umstrittenen Hebelwirkung, mit der die Kreditsumme des EFSF über den Finanzmarkt vervielfacht werden könnte.

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Schwache Banken sollen entlastet werden

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  • Der HAMMER, ganz frisch reingekommen:

    Euro-Länder ziehen die Erweiterung des EFSF auf bis zu €2,5 Bio in Erwägung.
    vor 1 Min (21:22) - Echtzeitnachricht


    no comment....

  • Was ist das eigentlich für eine Figuar, der Herr Barroso? Ich hab ihn auf keinem einzigen Wahlzettel entdecken können. Ein Putschist? Ein Fall für den Verfassungsschutz?

  • Barroso hat es immer noch nicht verstanden. Er versucht Geld von den Banken für die Finanzierung staatlicher Aufgaben zu bekommen. Die erklären ihm aber, dass sie nichts haben oder ihm nichts geben können, weil sie Risikovorsorge für der Pleitestaaten betreiben, deren Staatsanleihen sie in ihrem Portfolio haben.
    Darauf sagt er zu ihnen:“ Ich leihe euch das Geld über den EFSF Fonds“. Das heißt, er will sich Geld von den Banken leihen, das er ihnen vorher selber ausgeliehen hat. Das reicht eigentlich um ihn nicht mehr ernst zu nehmen.

    Aber Barroso wäre nicht Barroso, wenn er seine Unfähigkeit nicht zu toppen wüsste. Jetzt empfiehlt er sich auch noch als europäischer Wachstumstheoretiker. Als ob es nicht genug wäre ihn dauernd als Fiskal - und Geldtheoretiker zu erleben.

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