_

Kapitalismus-Kritiker: Kleinere Unruhen in London während Streiks

Mehr als zwei Millionen Beschäftigte sind in Großbritannien in den Ausstand getreten. Nur am Rande der Streiks gab es Ausschreitungen von Kapitalismus-Kritikern. Der größte Teil der Demonstrationen blieb fliedlich.

Die Proteste in London. Quelle: AFP
Die Proteste in London. Quelle: AFP

LondonWährend der Massenstreiks in Großbritannien ist es in der Innenstadt von London zu kleineren Unruhen gekommen. Eine Gruppe von etwa 200 bis 300 Kapitalismus-Kritikern versammelte sich am Mittwoch in der Nähe des bekannten Platzes Piccadilly Circus. Einige von ihnen stürmten ein Bürogebäude, um auf dem Dach eine Flagge zu hissen. Die Polizei griff ein. Die Gegend des Protestes wurde weiträumig abgesperrt, es kam zu Problemen im Berufsverkehr. Bei den Demonstranten handelte es sich nicht um Streikende des öffentlichen Dienstes, sondern Mitglieder einer Antikapitalismus-Gruppe, meldete der Sender BBC.

Anzeige

Lehrer, Krankenhausbedienstete und Grenzschützer legten am Mittwoch ihre Arbeit nieder und erhöhten damit den Druck auf die rechtsliberale Regierung von Premierminister David Cameron.

Ein Streik im öffentlichen Dienst hat am Mittwoch in Großbritannien Teile des öffentlichen Lebens lahmgelegt. Die meisten Schulen blieben geschlossen, der Betrieb in den Krankenhäusern war gestört. Beim Flugverkehr auf den beiden größten Flughäfen des Landes, London-Heathrow und Gatwick gab es zunächst jedoch keine größeren Einschränkungen.

Fluggesellschaften hatten schon am Montag angekündigt, Verbindungen zum größten britischen Flughafen Heathrow bei London zu streichen, um lange Warteschlangen an den Passkontrollen zu verhindern. Die Regierung holte Botschaftspersonal aus anderen Ländern zurück, um bei den Kontrollen auszuhelfen.

Insgesamt zwei Millionen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes wollten aus Protest gegen die Kürzung ihrer Renten die Arbeit niederlegen. Die Regierung plant, das Renteneintrittsalter um ein Jahr auf 66 zu erhöhen, außerdem sollen die Beschäftigten mehr in die Rentenkassen einzahlen. Zudem stehen im öffentlichen Dienst Massenentlassungen an.

Finanzminister George Osborne rief die Gewerkschaften am Morgen auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Der Ausstand werde nichts ändern. „Er macht nur unsere Wirtschaft schwächer und vernichtet möglicherweise Arbeitsplätze“, sagte Osborne..Der Chef des Gewerkschaftsdachverbands TUC, Brendan Barber, wies das zurück und sagte, der Aktionstag sei die Antwort auf die „Angriffe“ der Regierung.

  • Video

Politik Bundestag stärkt Organspende

Krankenversichterte ab 16 Jahren werden in Zukunft häufiger gefragt, ob sie Organspender werden wollen. Dieses Gesetz hat der Bundestag mit großer Mehrheit verabschiedet - und noch einige weitere Entscheidungen gefällt.

  • Die aktuellen Top-Themen
Kontrolle weiter abgelehnt: Iran plant Bau eines neuen Atomkraftwerks

Iran plant Bau eines neuen Atomkraftwerks

Der Iran bleibt beim Atomprogramm stur: Kontrolleuren wird nach wie vor der Zugang zu den Anlagen verweigert - gleichzeitig kündigte die Regierung nun den Bau eines neuen Kernkraftwerks an. Streit ist vorprogrammiert.

Umfragewerte: Union sinkt in der Wählergunst auf 32 Prozent

Union sinkt in der Wählergunst auf 32 Prozent

Ganze drei Prozent verliert die Union in einer aktuellen Umfrage. Mit nur 32 Prozent Zustimmung muss Merkels Partei sogar aufpassen, nicht von der SPD eingeholt zu werden. Doch aus der Partei kommen optimistische Töne.

Wird Strom teurer?: Koalition sorgt sich um Kosten der Energiewende

Koalition sorgt sich um Kosten der Energiewende

Der neue Bundesumweltminister Peter Altmaier will mehr Tempo bei der Energiewende. Es ist eine Herkulesaufgabe. Nun drohen auch noch die Kosten auszuufern. Ein Zurück zur Atomkraft soll es aber nicht geben.

Global Reporting Krieg gegen Krankenhäuser

An einem Sonntagmorgen im Sommer 2011 wollte der 21-jährige Syrer Khaled al-Hamedh Medikamente für seinen kleinen Bruder besorgen. Khaled machte sich auf den Weg zu einem Krankenhaus in seiner Heimatstadt Hama. Die Apotheken in Hama waren... Von Jan Dirk Herbermann. Mehr…

Handelsblog Feuert die Dicke Bertha in die falsche Richtung?

Ein Kernproblem im Euro-Raum ist, dass es in den Krisenstaaten einen gefährlichen Link gibt zwischen dem Bankensystem und den Staatsfinanzen dieser Länder. Geldinstitute in Griechenland, Spanien, Irland und anderen Ländern stehen mit dem... Von Olaf Storbeck. Mehr…

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International