Das Thema wird auch hier sehr fundiert behandelt:
Wer ist Schuld an der Überschuldungskrise?:
http://www.deutschland.net/content/wer-ist-schuld-der-%C3%BCberschuldungskrise
Richtig, Herr Steingart, weil wir dazu neigen, die Marktwirtschaft mit dem Kapitalismus zu verwechseln. Erstere ist Opfer der Protagonisten des zweitgenannten. Aber wir können ja oft auch kaum den Kommunismus von der Einplanwirtschaft unterscheiden. Und die EU steuert geradewegs in eine Art Planwirtschaft; leider mit deutlichem Demokratiedefizit! Ob das gut geht?
Herr Steingart, Sie schreiben "Der letzte Tag, an dem die Marktwirtschaft funktionierte, war der Tag, an dem Lehman Brothers pleiteging", aber das stimmt definitiv nicht. Marktwirtschaft funktioniert immer nur mit einem an realen Werten orientierten Geld-System. Die Marktwirtschaft wurde folglich bereits 73 mit dem Ende des Bretton-Woods-Systems zu Grabe getragen."Das Bretton-Woods-System funktionierte, bis die USA einseitig eine übermäßig expansive Politik einleiteten. Wenn es den Ländern nicht gelingt, gemeinsame makroökonomische Probleme in koordinierter Weise anzugehen, führt auch das System flexibler Wechselkurse zu Problemen." Zitat aus Wikipedia. Dem stimme ich zu.
Am Ende kann man es doch so auf den Punkt bringen - Wenn die Staaten sich nicht ständig Geld leihen würden, gäbe es auch keine Spekulation mit Staatsanleihen.
Dass am Ende aber Diejenigen schuldig gesprochen werden, die das Geld geliehen haben, ist nur eine Wiederholung der Geschichte: Im Mittelalter wurden staatliche Schuldenprobleme auch gerne mit dem einen oder anderen Pogrom gelöst.
Dass Staaten Schulden machen, ist ja per se nichts Schlechtes. So wie es per Se nichts Schlechtes ist, wenn Sie einen Kredit aufnehmen, um etwas Sinnvolles damit zu tun (zB ein Unternehmen zu gründen). Was allerdings verheerend ist: Wenn Staaten Schulden machen, um a) alte Schulden bedienen zu können, b) Zinsen für Altschulden überhaupt bezahlen zu können, c) immer neue Sozialgeschenke finanzieren zu können. Das ist das wahre Übel.
Das FIAT-System ist insgesamt ein Übel, denn die Geldschöpfung aus dem Nichts kann nunmal auf Dauer nicht funktionieren. Das Fundament unserer Wirtschaft ist zerstört worden, da die Geldschöpfung nicht mehr durch reale Werte abgesichert ist. Die Zentralbanken fluten das Geldsystem mit Billionen von ihren Computern aus. Und die Geschäftsbanken vergeben Kredite mit schlechten Sicherheiten, um Boni und Provisionen hochzupushen.
Ansonsten ist die FAZ auch so nicht mehr diskursfähig. Oberlehrerhaft versucht sie ihre Leser zu erziehen was man denken darf und was nicht. Kritische oder abweichende Kommentare werden zensiert. Sei es Fukushima, Sarrazin oder die Wirtschaft, entweder man teilt die Meinung der Chefredakteure oder man kommt nicht zu Wort. Also in bester deutscher Pressetradition, wie z.B. "Der Stürmer", nur unter dem Vorzeichen der Political Correctness.
Lieber Selbstdenker, nicht nur die FAZ gefällt sich im zensieren von Leserzuschriften. Das machen fast alle. Ich wohne z.B. ein Teil des Jahre in Kassel, und die HNA ist, so glaube, Spitze im zensieren. Wenn ich nicht in Deutschland bin, dann lebe ich in Malaysia. Da muss ich sagen, da wird in den Zeitungen weniger zensiert als hier.
Übrigens, das Handelsblatt und die Wirtschaftswoche sind eine rühmliche Ausnahme. Eine Zensur habe ich da noch nicht festgestellt. Aber die FAZ verteidigt die Demokratie auf ihre Weise, mit Zensur.
Da passt Karl Kraus wunderbar dazu, der in einem Aphorismus meinte: "Satiren, die der Zensor versteht, werden mit Recht verboten."
Die Leserkommentare zum Thema Bundespräsidentenlügen waren sehr schnell (zur Tarnung natürlich mit dem Artikel) wieder verschwunden. Wahrscheinlich ein technisches Problem.
Übrigens, ich lese erst die Kommentare, dann evtl. den Artikel.