Kaplan weist Terrorvorwürfe zurück
"Kalif" bezeichnet Anschuldigungen als erfunden

Der aus Deutschland abgeschobene Islamistenführer Metin Kaplan hat die gegen ihn in der Türkei erhobenen Terrorvorwürfe zurückgewiesen.

HB ISTANBUL. Der Islam habe mit Terrorismus nichts zu tun, verteidigte sich der selbst ernannte Kalif am Montag zu Beginn seines Hochverratsprozesses in Istanbul. Als erfunden bezeichnete Kaplan die Anschuldigung, er habe den Auftrag für einen 1998 geplanten Terroranschlag auf das Atatürk-Mausoleum in Ankara gegeben. Dabei sollte die dort zum Nationalfeiertag versammelte türkische Staatsspitze mit einem mit Sprengstoff beladenen Kleinflugzeug angegriffen werden.

Die von den türkischen Sicherheitskräften vorzeitig aufgedeckten Attentatspläne seien ein gegen ihn eingefädeltes „Komplott“ gewesen. Nachdem Kaplan seine neun Seiten lange Verteidigung vorgetragen hatte, vertagte sich das Gericht, wie der türkische Nachrichtensender NTV berichtete. Kaplan droht in der Türkei eine lebenslange Haftstrafe wegen des Versuches eines bewaffneten Umsturzes. Kaplan war vor gut zwei Monaten aus Deutschland abgeschoben worden. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte die Abschiebung vor knapp zwei Wochen als rechtmäßig bestätigt. Demnach drohen Kaplan in der Türkei „keine unmenschlichen oder folterähnlichen Haftbedingungen“.

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