Kardinäle setzen Konklave fort
Papam, habemus?

Tag zwei der Papstwahl in Rom: Die ersten beiden Abstimmungen waren erfolglos, heute Abend könnte es jedoch soweit sein: Gegen 19 Uhr soll wieder Rauch aufsteigen – und alle blicken auf einen Schornstein.
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RomIn der Sixtinischen Kapelle in Rom geht an diesem Mittwoch die Wahl eines neuen Papst weiter, nach den erfolglosen ersten beiden Abstimmung am Vorabend und Mittag ohne Ergebnis blieben. Die Kardinäle bestimmen den Nachfolger für den am 28. Februar zurückgetretenen Papst Benedikt XVI. Es wird damit gerechnet, dass die Kardinäle noch in dieser Woche einen neuen Kirchenführer der weltweit 1,2 Milliarden Katholiken bestimmen.

Möglicherweise sogar schon heute. Jeweils mittags und abends verkündet weißer oder schwarzer Rauch, wie die Wahlgänge bei diesem zweiten Konklave im 21. Jahrhundert ausgegangen sind. Erreicht ein Kandidat zwischen zwei Stimmabgaben eine Zweidrittel-Mehrheit, wird die erfolgreiche Wahl sofort durch weißen Rauch der Welt verkündet. Vieles hängt davon wie fruchtbar die Gespräche im Vorkonklave in der vergangenen Woche verlaufen sind. Ob sich die Mehrheit der Kardinäle dort schon insgeheim auf einen neuen Pontifex festgelegt hat.

Trotz nasskalten Wetters strömten bereits am Dienstagabend tausende Menschen auf den Petersplatz und blickten zum Schornstein auf der Sixtinischen Kapelle empor. Auch im Fernsehen und auf den Riesenleinwänden auf dem Petersplatz war praktisch ständig das lange Kupferrohr eingeblendet, aus dem der Rauch steigt – ein Schornstein wird zum Quotenrenner.

Die Kardinäle sind im Konklave völlig von der Außenwelt isoliert. In der Sixtinischen Kapelle sind Handys verboten, im nachgerüsteten Boden wurden Störsender eingebaut. Auch im Gästehaus Santa Marta, wo die Kardinäle übernachten, gibt es weder Fernsehen noch Radio noch Internet, kein Telefon und keine Zeitung. In den Twitter-Accounts der Purpurträger herrscht ebenfalls Ruhe.

Vatikan-Kenner haben den Kreis der Favoriten auf vier eingegrenzt, darunter der Mailänder Erzbischof Angelo Scola und der Brasilianer Odilo Pedro Scherer aus São Paulo.

Kommentare zu " Kardinäle setzen Konklave fort: Papam, habemus?"

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  • @MNO: das ist kein Komma, sondern in (Deppen-)Apostroph. Leider hat der Online-Redakteur noch nicht einmal das hinbekommen, und da erwarten Sie auch noch Lateinkenntnisse ;-) ?

  • Warum werden die Mehrzahl der Menschen mit anderen Glauben und Atheisten immer wieder und nun schon über Wochen mit diesem Theater belästigt?
    Er wird ja als "Stellvertreter" bezeichnet, aber jeder Chef bestimmt seinen Stellvertreter selber und läßt ihn nicht von der "Belegschaft" wählen. Aber da es diesen "Chef" nicht gibt und somit nur reines Hirngespinnst ist, von dem sich gut leben läßt, ist es nicht mehr als die Wahl eines Konzernleiters von Industriebetrieben und für Außenstehende und die meisten Menschen völlig egal und die Berichterstattung eine Belästigung.

  • Papam, habemus?
    Seit wann trennt man das Akkusativobjekt durch ein Komma vom Satz?

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