Kardinal Angelo Scola: Der Hoffnungsträger

Kardinal Angelo Scola
Der Hoffnungsträger

Der 71-jährige Kardinal Scola gilt als einer der führenden Anwärter auf das Pontifikat. Der konservative Geistliche setzt sich für einen Dialog mit dem Islam ein.
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VareseDem Mailänder Erzbischof Angelo Scola werden die besten Chancen zugeschrieben, das Amt des Papstes wieder nach Italien zu holen. Viele im Land sehnen sich danach. Denn nachdem das Pontifikat jahrhundertelang fest in italienischer Hand war, kamen die letzten beiden Päpste aus Polen und Deutschland.

Bei einer Diskussion über den Glauben mit Studenten im Februar schien sich der 71-Jährige unter den jungen Leuten nicht nur wohlzufühlen, sondern er bemühte sich auch darum, von ihnen verstanden zu werden. Eine wichtige Eigenschaft in einer Kirche, die unter Mitgliederschwund leidet und ein scharfer Kontrast zu Benedikt XVI., der in der Öffentlichkeit eher scheu wirkte.

Scola predigte im Mailänder Dom als Erzbischof und in der Markus-Kathedrale von Venedig als Patriarch - zwei extrem prestigeträchtige Kirchenämter, aus denen im 20. Jahrhundert fünf Päpste hervorgingen. Er galt schon vor acht Jahren, als dann Benedikt gewählt wurde, als Anwärter auf das Pontifikat. Seit ihn Benedikt 2011 in die Erzdiözese Mailand berief, die wichtigste und einflussreichste in Italien, trifft dies erst recht zu.

Italien stellt zwar die meisten Kardinäle - 28 - für das Konklave, die Gruppe ist aber gespalten: In jene innerhalb der römischen Kurie und jene außerhalb, unter denen Scola die größte Unterstützung genießt.

In seinen Ämtern in Mailand und Venedig konnte Scola im Kontakt mit vielen Menschen seine seelsorgerischen Fähigkeiten vervollkommnen, während er zuvor vor allem auf intellektuellem Gebiet geglänzt hatte. Nach seiner Weihe zum Priester 1970 studierte er zwei Jahrzehnte lang an renommierten katholischen Universitäten und theologischen Einrichtungen. Seine Verbindungen zu Benedikt, der ihn nach Mailand berief, stammen aus dieser akademischen Zeit. Damals schrieb er Beiträge für das Magazin „Communio“, mitgegründet vom späteren Papst.

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