Karikaturenstreit: Ägyptische Zeitung druckte Mohammed schon vor Monaten

Karikaturenstreit
Ägyptische Zeitung druckte Mohammed schon vor Monaten

Eine Zeitung in Ägypten hat die umstrittenen Zeichnungen des Propheten Mohammed aus dem dänischen Blatt „Jyllands-Posten“ bereits vor Monaten nachgedruckt - ohne dass es einen Aufstand gab. Weniger glimpflich geht der Nachdruck einiger der Zeichnungen für die deutschen Magazine „Spiegel“ und „Focus“ aus.

HB KAIRO. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet, hat die ägyptische Wochenzeitung „Al Fagr“ die Karikaturen aus der dänischen Zeitung bereits im Oktober nachgedruckt, ohne Proteste hervorzurufen. Erst jetzt seien die Zeichungen von der Internetseite des Blatts verschwunden. Die Karikaturen waren am 30. September in Dänemark veröffentlicht worden. Die Welle der Proteste setzte Ende Januar 2006 ein - auch in Kairo. In ihrer jüngsten Ausgabe widmet die ägyptische Zeitung, die sich einen Namen damit gemacht hat, politische Tabus zu verletzen, eine mehrseitige Beilage dem Thema „Bilder der Propheten“.

Am Freitag haben die ägyptischen Behörden aktuellen Ausgaben der deutschen Nachrichtenmagazine „Der Spiegel“ und „Focus“ verboten, weil beide Blätter einige der Karikaturen nachgedruckt hatten. „Focus“ protestierte gegen das Verkaufsverbot. Die beiden Chefredakteure Helmut Markwort und Uli Baur sprachen in einem Brief an Ägyptens Präsident Husni Mubarak und den ägyptischen Botschafter in Berlin von einem „eklatanten Eingriff in die Pressefreiheit“. Sie forderten Mubarak auf, „diese Zensur gegen unsere Berichterstattung umgehend aufzuheben“. Der „Spiegel“ wollte sich nicht dazu äußern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%