Karikaturenstreit: Auch die Türkei zeigt sich besorgt

Karikaturenstreit
Auch die Türkei zeigt sich besorgt

Der Konflikt über die Mohammed-Karikaturen rief jetzt die Außenminister Deutschlands und der Türkei auf den Plan. Frank-Walter Steinmeier (SPD) und sein türkischer Kollege Abdullah Gül haben in einem gemeinsamen Appell Christen und Moslems zu wechselseitigem Respekt und Toleranz aufgerufen

HB HAMBURG. Der Appell erschien in der „Bild“-Zeitung und in der türkischen Zeitung „Hürriyet“ am Samstag. Steinmeier und Gül haben sich darin besorgt über die wachsenden Spannungen zwischen dem Westen und der islamischen Welt geäußert. Heute wollen wollen Muslime in Berlin und Düsseldorf vor dänischen Vertretungen demonstrieren.

Die in der dänischen Zeitung „Jyllands-Posten“ veröffentlichten Karikaturen hatten zu teilweise gewalttätigen Protesten in der islamischen Welt geführt. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) verurteilte diese als Terrorismus. „Wer religiöse Gefühle Andersgläubiger verletzt, ist rücksichtslos und respektlos. Wer darauf mit Gewalt, Drohung, Hysterie reagiert, ist ein Terrorist“, schrieb er in einem Beitrag für die „Bild am Sonntag“.

Steinmeier und Gül schrieben, sie sähen mit großer Sorge, dass sich der Graben zwischen dem Westen und der islamischen Welt immer weiter zu öffnen scheine. „Manche sehen gar einen „Konflikt der Zivilisationen“ heraufziehen. Diese Situation beunruhigt uns zutiefst. Denn bei einem solchen Konflikt gäbe es keine Gewinner.“

Dänen verlassen Syrien

Unterdessen hat das dänische Außenministerium alle diplomatischen Vertreter aus Syrien abgezogen. Wie eine Sprecherin in Kopenhagen im Rundfunk mitteilte, seien dabei Sorgen wegen der Sicherheit vor den am Wochenende erneut erwarteten Massendemonstrationen gegen die dänischen Mohammed-Karikaturen ausschlaggebend gewesen. Das Botschaftsgebäude war vor genau einer Woche von Demonstranten gestürmt und in Brand gesetzt worden.

Wie es weiter hieß, hat Dänemarks Regierung offiziell Proteste bei den syrischen Behörden wegen unzureichender Sicherheitsmaßnahmen für die zuletzt in einem Hotel arbeitenden Diplomaten eingereicht. Die Zahl der Wachleute sei sogar noch deutlich verringert worden, sagte die Sprecherin. Allen in Syrien verbliebenen Dänen wurden dringend zum Verlassen des Landes aufgefordert. Die Botschaftsgeschäfte sollen von der jordanischen Haupstadt Amman aus weitergeführt werden.

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