Karsai erwartet von Nato mehr Truppen
Ausweitung der Afghanistan-Mission gefordert

Zur Überwachung der für September geplanten Wahlen hat der afghanische Präsident Hamid Karsai die Nato aufgefordert, zusätzliche Truppen in sein Land zu schicken.

HB WASHINGTON. Er erwarte, dass die Nato „ihr Versprechen einhält, dass sie uns gegeben hat“, sagte Karsai am Montag bei einem Besuch im US-Verteidigungsministerium. „Wir hoffen, dass die Nato nach Afghanistan kommen wird, insbesondere vor den Wahlen im September“, fügte er hinzu. Am Dienstag steht ein Treffens Karsais mit US-Präsident George W. Bush auf seinem Programm.

Die Nato hat die Führung der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (ISAF) im vergangenen Jahr übernommen. Sie hat 6500 ISAF-Soldaten in Kabul im Einsatz und ein von Deutschland geführtes Wiederaufbauteam im relativ stabilen nordafghanischen Kundus. Weitere fünf Teams dieser Art sollen bis Ende Juni im Norden und Westen des Landes stationiert werden.

Das Militärbündnis tut sich bislang jedoch schwer damit, die teure Ausrüstung für die Truppen wie Transportflugzeuge und Hubschrauber von seinen Mitgliedern zu erhalten. Viele Nato-Verbündete klagen, die Kapazitäten ihres Militärs bereits überzustrapazieren.

Die Hoffnung auf eine Festnahme von Terrorchef Osama bin Laden haben der afghanische Präsident Karzai und US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld unterdessen nicht aufgegeben. Niemand könne ewig auf der Flucht bleiben, sagte Karzai am Montag in Washington. „Wir werden ihn eines Tages fangen, früher oder später.“ Auch Rumsfeld äußerte sich optimistisch.

Die US-Regierung hat in den vergangenen Wochen die Suche nach Bin Laden verstärkt und nach Medienberichten zusätzliche Eliteeinheiten nach Afghanistan geschickt. Bin Laden ist seit Oktober 2001 auf der Flucht. Die US-Regierung macht ihn unter anderem für die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten verantwortlich.

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