Karsai
„Übernehmen Verantwortung für Sicherheit im Land“

Kurz nach seiner Vereidigung für eine zweite Amtszeit hat Afghanistans Präsident Hamid Karsai versprochen, dass bald die einheimischen Sicherheitskräfte die Verantwortung für bislang instabile Landesteile übernehmen sollen. Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle hofft nun, dass auf die Worte auch Taten folgen.
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ink/HB KABUL. Nach den Worten Karsais sollen die Sicherheitskräfte innerhalb von drei Jahren weitere Verantwortung übernehmen und innerhalb von fünf Jahren die gesamte Kontrolle übernehmen, kündigte Karsai am Donnerstag in seiner Antrittsrede im Kabuler Präsidentenpalast vor zahlreichen Gästen aus dem In- und Ausland an, darunter auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle. Zugleich versprach er – wie international gefordert – einen entschlossenen Kampf gegen die Korruption. In seine neue Regierung werde er kompetente und professionelle Minister berufen, die dem Land zu dienen bereit seien.

Karsai steht wegen seiner umstrittenen Wiederwahl, bei der es zu weit verbreiteten Stimmenmanipulationen kam, unter erheblichem Erwartungsdruck aus dem Ausland. In seiner Rede sprach er sich auch für eine sogenannte Loja Dschirga aus, eine Nationalversammlung, die für Frieden und Versöhnung der verschiedenen Gruppen im Land nötig sei. Unter den Gästen der Amtseinführung waren auch der pakistanische Präsident Asif Ali Zardari und US-Außenministerin Hillary Clinton.

Nach Karsais Antrittsrede sagte Außenminister Westerwelle: „Das war eine Rede mit den richtigen Schwerpunkten, die unsere Erwartungen erfüllt. Wir werden Präsident Karsai beim Wort nehmen und setzen darauf, dass den richtigen Worten jetzt auch die richtigen Taten folgen.“ In Delegationskreisen hieß es, besonders wichtig sei Karsais Bemerkung gewesen, die Verantwortung für die Sicherheit solle in einem Zeitraum von fünf Jahren von den Afghanen übernommen werden. Dies decke sich mit der Forderung der Bundesregierung, dass in den nächsten vier Jahren eine Perspektive für den Abzug der internationalen Truppen entwickelt werden müsse.

Bemerkenswert sei zudem, dass Karsai nationale Versöhnung und Reintegration als ersten Schwerpunkt genannt habe, hieß es in diplomatischen Kreisen.

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