Karsai verspricht Hilfe
Taliban drohen mit Ermordung entführter Wahlhelfer

Die Entführer von drei Wahlhelfern der Vereinten Nationen in Afghanistan haben Großbritannien aufgefordert, ihre Truppen aus dem Land abzuziehen. Eine offizielle Bestätigung für die Forderung gibt es nicht.

HB BERLIN. Eine mit den Taliban verbündete Islamistengruppe hat mit der Ermordung der drei in Afghanistan entführten Wahlhelfer gedroht. Die Regierungen der Entführten müssten ihre Unterstützung der US-Politik einstellen, sagte ein Anrufer am Samstag der Nachrichtenagentur AP. Der Mann gab sich als Sprecher der Taliban-Splittergruppe Dschamiat Dschaisch al Muslimin (Armee der Muslime) aus. Er verlangte zudem die Freilassung aller afghanischen Gefangenen in Guantanamo.

In der Gewalt der Islamisten befinden sich Annetta Flanigan aus Nordirland, die Kosovo-Albanerin Shqipe Hebibi und den philippinischen Diplomaten Angelito Nayan. Der Anrufer kündigte ein Video der Geiseln an, das in zwei oder drei Tagen in einem arabischen Fernsehsender ausgestrahlt werde.

Unterdessen nahmen die afghanischen Sicherheitskräfte im Zusammenhang mit der Entführung drei Verdächtige fest. Die drei hätten Militäruniformen getragen, sagte der ein Sprecher des Innenministeriums. Westlich von Kabul seien zudem sechs Diebe gefasst worden, die möglicherweise Verbindungen zu den Geiselnehmern hätten.

Der afghanische Interimspräsident Hamid Karsai erklärte indessen, er hoffe, die UN-Mitarbeiter kehrten unversehrt zurück. Seine Regierung arbeite hart daran, die Freilassung der Entführten zu erreichen, sagte am Samstag nach einem Treffen mit Nato-Kommandeuren. Ein Sprecher des afghanischen Außenministeriums sagte, die Regierung habe keine spezifischen Forderungen von den Kidnappern erhalten.

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