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31.01.2007 
Präsidenten-Appell

Kasachstan ruft Aussiedler zur Rückkehr auf

Der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew hat abgewanderte deutschstämmige Bewohner seines Landes zur Rückkehr aufgerufen: Sie sollten aus Deutschland nach Zentralasien zurückkehren, damit das rohstoffreiche Land weiter so wächst wie bisher.

Der kasachische Präsident Nursultan Nazarbayev mit seiner Ehefrau Sara. Foto: dpaLupe

Der kasachische Präsident Nursultan Nazarbayev mit seiner Ehefrau Sara. Foto: dpa

HB BERLIN. „Ich appelliere an den Pioniergeist“, sagte der 65 Jahre alte Staatschef, der in dieser Woche zu Gast in Deutschland ist, der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. „Deutsche Handwerker und Techniker hatten schon immer einen guten Ruf in Kasachstan. Sie sind uns willkommen“, sagt Nasarbajew. Um die hohen Zuwachsraten in der kasachischen Industrie halten zu können, brauche das Land qualifizierte Arbeitskräfte. Mehr als eine Million Spätaussiedler waren in den 90er Jahren von Kasachstan in die Bundesrepublik übergesiedelt.

Mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte Nasarbajew am Dienstag über den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen beider Länder, Energiefragen sowie die Zentralasien-Strategie der deutschen EU-Ratspräsidentschaft beraten. Menschenrechtsgruppen kritisierten die anhaltende Verletzung von Grundrechten in Kasachstan. Misshandlungen von Gefangenen und Regierungsgegnern seien weit verbreitet, erklärte Amnesty International. Auch um die Meinungsfreiheit ist es nach Angaben von „Reportern ohne Grenzen“ schlecht bestellt.

Kasachstan hat laut der Online-Enzyklopädie Wikipedia gegenwärtig knapp 15 Millionen Einwohner. Etwa 300 000 von ihnen sollen Deutschstämmige sein; sie leben vor allem im Norden des Landes und in und um die frühere Hauptstadt Almaty. In den neunziger Jahren waren etwa eine Million deutschstämmige Kasachen nach Deutschland ausgewandert. Ursprünglich lebten diese Menschen und ihre Vorfahren als Russlanddeutsche an der Wolga, bis sie auf Befehl des sowjetischen Diktators Stalin 1941 nach Kasachstan zwangsumgesiedelt wurden.

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