Kaschmir-Konflikt
Indische Armee kämpft gegen Extremisten

In Kaschmir kämpft die indische Armee seit Tagen gegen Militante. Seit Jahren schon fiel keine so große Gruppe von muslimischen Extremisten mehr in Indien ein. Indiens Präsident macht Pakistan mitverantwortlich.
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SingapurDie indische Armee kämpft seit vielen Tagen an der Demarkationslinie in Kaschmir gegen eine der größten muslimischen Extremistengruppen der vergangenen Jahre. Am Freitag wurden nach Armeeangaben drei weitere Militante getötet, nachdem in der vergangenen Woche bereits zwölf Extremisten erschossen worden waren.

Die indischen Truppen lieferten sich schwere Feuergefechte mit 35 bis 40 Militanten, die vor anderthalb Wochen von Pakistan aus über die De-Facto-Grenze nach Indien eingedrungen seien, sagte Generalleutnant Gurmeet Singh in Srinagar. Seit Beginn der Schusswechsel seien fünf indische Soldaten verletzt worden.

Die Streitkräfte gehen davon aus, dass die Eindringlinge zu den in Pakistan ansässigen Extremistengruppen Lashkar-e-Taiba, Hizbul Mujahideen und Al-Badr gehören. Indische Armeeoffiziere beschuldigen Pakistan immer wieder, Extremisten bei Angriffen in Indien zu unterstützen. Islamabad weist die Vorwürfe zurück.

Indiens Präsident Pranab Mukherjee erklärte in Richtung Pakistan, allen terroristischen Aktivitäten müsse Einhalt geboten werden. „Staatlich unterstützter Terrorismus ist immer inakzeptabel“, sagte er dem Fernsehsender euronews in Brüssel. Pakistan spreche immer davon, diese Akteure seien nichtstaatlich. „Dann antworte ich ihnen, dass nichtstaatliche Akteure nicht vom Himmel kommen. Nichtstaatliche Akteure kommen aus dem Gebiet unter Eurer Kontrolle.“

Die Gefechte begannen fünf Tage ehe sich die Premierminister der beiden verfeindeten Atommächte, Manmohan Singh und Nawaz Sharif, in New York am Rande der UN-Vollversammlung trafen. Indische Medien spekulieren, die Extremisten wollten die Entspannungsbemühungen beider Seiten torpedieren.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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