Kasino soll Touristen anziehen
Zypern setzt auf Zocker

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Nordteil der Insel als „Vorbild“

Der Staat lässt sich die Konzession in den ersten vier Jahren mit 2,5 Millionen Euro, danach mit fünf Millionen pro Jahr bezahlen. Sie läuft über 30 Jahre, für die ersten 15 Jahre haben die Betreiber ein Monopol. Der Bruttospielertrag wird mit 15 Prozent besteuert, was sehr wenig ist. In europäischen Ländern sind Sätze von 35 bis 80 Prozent üblich. Finanzminister Georgiades erwartet Steuermehreinnahmen von rund 100 Millionen Euro im Jahr. Nach einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte könnten die Einnahmen aus dem Tourismus dank des Glücksspiels sogar um 450 Millionen Euro im Jahr steigen.

Dass Glücksspiel auf Zypern ein lohnendes Geschäft sein kann, zeigt ein Blick in den Inselnorden, der seit 1974 von der Türkei besetzt ist. In der international geächteten „Türkischen Republik Nordzypern“ gibt es etwa zwei Dutzend Spielbanken. Die Branche setzt Schätzungen zufolge pro Jahr mindestens 700 Millionen Dollar um.

Der Inselnorden hat sich in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Reiseziel für Zocker entwickelt, auch wenn die dortigen Spielbanken nicht besonders glamourös sind. Sogar Chinesen, die weltweit als die besten Kasinokunden gelten, sowie Spieler aus den Golfstaaten und dem Libanon sind in Nordzypern häufig gesehene Gäste. Auch viele griechische Zyprer zieht es abends zu den Kasinos jenseits der Demarkationslinie.

Künftig können sie ihrer Leidenschaft auch im Süden frönen. Neben dem Komplex in Limassol hält der Betreiber Konzessionen zum Betrieb von vier „Satelliten“-Kasinos in der Hauptstadt Nikosia sowie den Küstenorten Larnaca, Famagusta und Paphos. Hotel, Konferenzzentrum und Spielbank in Limassol sollen Anfang 2020 fertig werden, aber noch vor Ende dieses Jahres soll der Spielbetrieb in Nikosia und in einem vorläufigen Kasino in einem Nachtklub von Limassol beginnen.

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Gerd Höhler
Gerd Höhler
Handelsblatt / Korrespondent Südosteuropa

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