Katalonien wählt am Sonntag
Unabhängigkeit bereitet Konzernen Kopfzerbrechen

Eigentlich wird am Sonntag nur ein Regionalparlament für Katalonien gewählt. Aber danach könnte schon bald die Unabhängigkeit der Region zum Thema werden. Die Investitionen deutscher Konzerne sind nicht mehr sicher.

MadridWahlumfragen sind nicht unbedingt ein guter Hinweis auf das tatsächliche Ergebnis – aber der einzige, den man vorher hat. Und wenn sie im Fall von Katalonien Recht behalten, dann droht der Region und dem Land Spanien eine schwere Zerreißprobe.

In allen Meinungsumfragen der vergangenen Tage würden die Separatisten der Gruppierung Junts pel Sí um Regierungschef Artur Mas zusammen mit der linksradikalen CUP so viele Stimmen erzielen, dass es für die Mehrheit der Sitze im Regionalparlament reicht. In diesem Fall würden nach der Wahl die Vorbereitungen für einen eigenen katalanischen Staat beginnen. Die Region will sich von Spanien abspalten – auch wenn sie damit gegen die nationale Verfassung verstieße und aus der EU fliegen würde.

Experten sind sich einig, dass das sowohl für Spanien, aber vor allem für Katalonien gravierende Folgen haben würde. Fast alle großen Unternehmerverbände haben vor dem Verlust des Euro gewarnt, vor neuen Handelszöllen und vor einer möglichen Zahlungsunfähigkeit der Region. Kataloniens Ministerpräsident Mas jedoch setzt darauf, dass weder Spanien noch die EU eine so wichtige Wirtschaftsmacht wie Katalonien fallen lassen. Katalonien erwirtschaftet 20 Prozent des spanischen Bruttoinlandsproduktes.

Der Ausgang der Wahl wird vor allem in Deutschland genau beobachtet. 1270 deutsche Konzerne sind mit eigenen Töchtern in Spanien vertreten und stellen damit die größte Gruppe unter den ausländischen Firmen. 45 Prozent von ihnen haben ihren Sitz in Katalonien – dazu gehören etwa der Chemieriese BASF oder die VW-Tochter Seat.

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Unabhängigkeit bereitet Konzernen Kopfzerbrechen

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Noch sind die Investitionen nicht gefährdet

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