Katar-Krise
Arabische Staaten stellen Ultimatum

Mehrere arabischen Länder wollen im Streit mit Katar vorankommen und stellen Doha ein Ultimatum. Zehn Tage hat das Emirat jetzt Zeit, die Forderungen zu erfüllen. Die 13 Punkte umfassende Liste hat es in sich.
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DubaiIn der Katar-Krise haben vier arabische Staaten einem Insider zufolge ihre Bedingungen für ein Ende ihres Boykotts übermittelt. Innerhalb von zehn Tagen müsse das Emirat 13 Forderungen erfüllen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag von einem Vertreter der Ländergruppe aus Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten und Bahrain. Unter anderem müsse die Regierung in Doha den Fernsehsender Al-Jazeera schließen und ihre Verbindungen zum Iran einschränken, dem Erzfeind der Boykott-Staaten. Nach der Frist ist das Verhandlungsangebot offenbar hinfällig. Katar nahm zunächst nicht Stellung. Das Emirat weist Vorwürfe der Staaten zurück, Extremisten zu unterstützen.

Die arabischen Länder verlangen den Informationen zufolge von der Regierung Katars zudem, ihre Beziehungen zu Extremistenorganisationen wie der Muslimbruderschaft, dem Islamischen Staat, Al-Kaida und der Hisbollah abzubrechen. Zudem müsse das Land sämtliche bekannten Terroristen ausliefern und einen türkischen Militärstützpunkt auf seinem Territorium schließen. Es dürfe sich des Weiteren nicht länger in die innenpolitischen Angelegenheiten der Boykott-Staaten einmischen und Bürgern von dort die katarische Staatsangehörigkeit gewähren.

Der im Visier der Katar-Kritiker stehende Sender Al-Jazeera selbst hatte unter Berufung auf Insider berichtet, die Bedingungen für ein Ende der Blockade seien an Katar übergeben worden. Inhalte wurden dabei nicht bekannt. Nach den Informationen des Insiders scheinen die arabischen Länder mit ihrem durch Vermittler Kuwait übergebenen Forderungskatalog aber Katar in seiner außenpolitischen Bedeutung zurückstutzen zu wollen.

Das nach Fläche und Einwohnerzahl vergleichsweise kleine Emirat hatte in den vergangenen 20 Jahren mitunter den Zorn seiner Nachbarn auf sich gezogen, indem es Verbindungen zur Regierung in Teheran unterhielt, islamistische Gruppen unterstützte und dabei die diplomatische Bühne suchte. Gerade Monarchien am Golf fürchten aber islamistische Strömungen als Bedrohung ihrer Herrschaft. Anfang Juni eskalierte der Streit zur größten Krise am Golf seit Jahren, als die vier arabischen Länder ihre wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen zu Katar abbrachen und Reiseverbindungen auf die Halbinsel im Persischen Golf kappten.

Katars Außenminister Mohammed bin Abdulrahman al-Thani hatte am Montag Verhandlungen so lange ausgeschlossen, wie die Isolation aufrechterhalten werde. Unterstützt wird Katar nicht nur vom Iran, der mit Saudi-Arabien um die Vorherrschaft in der Region buhlt. Auch die Türkei steht auf der Seite des Emirats. Unlängst schickte das Nato-Land ein Schiff mit Hilfslieferungen sowie einige weitere Soldaten nach Katar.

Die Forderung der vier arabischen Länder, die türkische Militärbasis in Katar zu schließen, stieß in Ankara umgehend auf Widerstand. Verteidigungsminister Fikri Isik erklärte im Fernsehen, der Stützpunkt stehe nicht infrage. Die Einrichtung diene nicht nur der der Sicherheit Katars, sondern der gesamten Region. Jede Forderung, die Anlage zu schließen, sei eine Einmischung in die bilateralen Beziehungen der Türkei mit Katar.

Andererseits strebt der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan selbst eine Vermittlerrolle in der Region in der Katar-Krise an: Nach Informationen aus seinem Präsidialamt will er beim G20-Gipfel in Hamburg mit König Salman aus Saudi-Arabien über den Streit beraten.

Wirtschaftlich profitiert die Türkei von der Blockade Katars. So verdreifachten sich seit Beginn des Boykotts am 5. Juni die türkischen Exporte in das Emirat auf ein Volumen von knapp 33 Millionen Dollar, wie der türkische Handelsminister Bülent Tüfenkci mitteilte. Gut ein Drittel davon seien Lebensmittelausfuhren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Katar-Krise: Arabische Staaten stellen Ultimatum"

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  • Ach so... und mit den Muslimbrüdern dürfen sie dann weiter Kontakt haben, Hauptsache wenn nur ganz schnell Al-Jazeera schliesst....

  • Selbst das Thema Katar nutzen die Trump-Bejubler, um irgendwie gegen die Zustände in Deutschland anzustänkern. Besonders absurd sind auch die ständigen Versuche, die Medien in Deutschland verächtlich zu machen. So langsam nerven diese plumben Agitationen Pro-Trump, Pro-Putin und gegen die EU, gegen Merkel! Wann schließt das Handelsblatt die Acounts von diesen absurden Propagandisten?

  • @ Herr Nasch Freudiger23.06.2017, 13:31 Uhr

    "Sie und ihresgleichen, mitsamt der allermeisten "Qualitätsmedien" habt den Trump und seine tiefgehenden Wirkungen nicht begriffen. "

    Also ich habe begriffen, dass Trump Saudi-Arabien Waffen im Wert von 300 Mrd. US $ liefern will, die dieses bestimmt nur zur Verteidigung einsetzt, friedliebend wie es ist. Trump bzw. die US-Firmen machen damit ein gutes Geschäft. Die Leidtragenden sind die Toten, Verletzten und Flüchtlinge in den jeweiligen Ländern. Wir in der EU, insbesondere in D, lassen uns die Probleme aufhalsen und noch ein schlechtes Gewissen einreden, dass wir nicht mehr für die armen Flüchtlinge tun. Dieser Mann hat genau so wenig ein Gewissen, wie alle, die unschuldige Menschen umbringen, mögen sie nun aus Saudi-Arabien, dem Iran, der Türkei, Syrien, Russland oder eben auch den USA kommen. Leider ist das Gericht in Den Haag ja nur für afrikanische Mörder zuständig und solche vom Balkan.

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