Katar-Krise
Deutschland fordert zu Gesprächen auf

Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten ihre Beziehungen mit Katar abgebrochen und eine Blockade ausgerufen. Die Bundesregierung will, dass der Konflikt abgebaut wird.
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BerlinDie Bundesregierung drängt die Konfliktparteien in der Katar-Krise zur Aufnahme von Gesprächen. „Wir haben ein Interesse daran, dass der Konflikt eingehegt wird“, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, am Freitag in Berlin. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten hatten Anfang Juni die diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und eine umfassende Blockade des Emirats ausgerufen. Einem Insider zufolge haben sie 13 Bedingungen für ein Ende des Boykotts gestellt, dem sich andere Länder angeschlossen hatten.

Innerhalb von zehn Tagen solle das Emirat 13 Forderungen erfüllen, wie Reuters von einem Vertreter der drei Golf-Staaten und Ägyptens erfuhr. Unter anderem müsse die Regierung in Doha den Fernsehsender Al-Jazeera schließen und ihre Verbindungen zum Iran einschränken, dem Erzfeind der Boykott-Staaten.

Schäfer sagte dazu, er habe nur aus den Medien von diesem Vorstoß erfahren und sei daher vorsichtig mit einer Bewertung. Mit Blick auf Al-Jazeera betonte er, das deutsche Bekenntnis zur Pressefreiheit gelte nicht nur für im Inland angesiedelte Medien. Falls Staaten im Katar-Konflikt nun zumindest einen „dünnen Gesprächsfaden“ aufnehmen sollten, wäre dies aus seiner Sicht aber eine „gute Nachricht“.

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte davor gewarnt, dass die Isolation Katars zu einem Krieg am Golf führen könnte. Er hatte in den vergangenen Wochen mit seinen Kollegen aus Saudi-Arabien, Katar, der Türkei, dem Iran und Kuwait über die Lage beraten. Das kleine Golf-Emirat Katar gilt wegen seines Öl- und Gasreichtums als eines der reichsten Länder der Welt. Es ist ein gefragter Investor mit Beteiligungen an renommierten deutschen, aber auch an etlichen anderen internationalen Großkonzernen – darunter auch die Deutsche Bank.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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