Katar-Krise
Saudi-Arabien kündigt Liste mit Beschwerden an

Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und andere Staaten hatten Anfang Juni ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen. Nun will Riad eine Liste mit Beschwerden über das Emirat veröffentlichen.
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LondonSaudi-Arabien hat im Konflikt mit Katar die baldige Veröffentlichung einer Liste mit Beschwerden über das Emirat angekündigt. „Ich würde nicht von Forderungen sprechen“, sagte Außenminister Adel al-Dschubeir am Freitag in London. „Ich würde von einer Liste von Beschwerden sprechen, die angesprochen werden müssen und denen Katar nachgehen muss.“ Saudi-Arabien arbeite mit seinen Partnern in Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Ägypten an der Liste. Al-Dschubeir wiederholte die Forderung, Katar müsse die Unterstützung von „Extremismus und Terrorismus“ einstellen.

Die Regierung in Riad und ihre Verbündeten haben die Isolierung Katars mit entsprechenden Hinweisen begründet. Die Regierung des Emirats weist die Vorwürfe zurück.

Frankreich hat in der Golfkrise zur Deeskalation und zur Beruhigung aufgerufen. Die regionale Sicherheit stehe auf dem Spiel, verlautete aus Élyséekreisen in Paris. Präsident Emmanuel Macron habe am Freitag mit dem türkischen Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und dem katarischen Emir Tamim bin Hamad al-Thani telefoniert. Es sei im Interesse aller, den Dialog wieder aufzunehmen. Frankreichs Aufgabe sei es, mit den Beteiligten zu sprechen. Erdogan hatte die von Saudi-Arabien angeführten Sanktionen gegen Katar scharf kritisiert. Er hatte auch den offiziellen Grund für die Sanktionen zurückgewiesen, wonach Katar Terrorismus unterstützt.

Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und andere Staaten hatten Anfang Juni ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen, den Luftverkehr gestoppt und die Grenzen geschlossen. Die arabischen Staaten beschuldigen Katar, Terrororganisationen wie den Islamischen Staat (IS) zu unterstützen. Sie werfen dem Wüsten-Emirat außerdem eine zu große Nähe zum Iran vor. Der schiitische Iran und das sunnitische Königshaus von Saudi-Arabien konkurrieren um die Vorherrschaft in der Region.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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