Katholische Kirche
Erzbischof Müller ist jetzt Kardinal

Der deutsche Erzbischof Gerhard Ludwig Müller hat von Papst Franziskus eine besondere Würdigung erhalten: Müller wurde feierlich zum Kardinal erhoben. Ein Überraschungsgast war auch dabei.
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RomPapst Franziskus erhob den 66 Jahre alten Präfekten der Glaubenskongregation am Samstag in einem feierlichen Konsistorium im Petersdom zum Purpurträger. Überraschend war auch der vor einem Jahr zurückgetretene Papst Benedikt XVI. auf Einladung seines Nachfolgers zum Kardinalstreffen erschienen. Franziskus umarmte Benedikt, der erstmals wieder öffentlich auftrat und bei der Begrüßung sein weißes Scheitelkäppchen abnahm. Im Dom kam Beifall für Joseph Ratzinger auf, der ansonsten zurückgezogen im Vatikan lebt.

Franziskus setzte in der Zeremonie Müller den Roten Hut auf, übergab ihm den Kardinalsring und machte ihn traditionsgemäß zum Schirmherrn einer Titelkirche in Rom. Für den vor einem Jahr gewählten Franziskus war es als Papst die erste Vollversammlung der Kardinäle. Mit Müller gibt es nun zehn deutsche Kardinäle in diesem Beratergremium, das bei einer Papstwahl abstimmt. Die Deutsche Bischofskonferenz gratulierte Müller zu der Auszeichnung. Insgesamt wurden 19 Erzbischöfe zu Kardinälen, 18 waren anwesend. Am Sonntag will der Papst mit den Kardinälen eine Messe feiern.

„Die Kirche braucht euch“, rief Franziskus seine Purpurträger dazu auf, Mut zu haben und Anteilnahme zu zeigen, vor allem angesichts des Leids in vielen Ländern und der Verfolgung von Christen. „Die Kirche braucht uns auch, damit wir Männer des Friedens sind und Frieden stiften“, sagte er nachdrücklich. Franziskus betete für den Frieden der Völker, „die von Gewalt und von Krieg heimgesucht sind.“

Der Papst führte bei dem Konsistorium auch eine Tradition seiner Vorgänger fort: 16 der neuen Kardinäle sind mögliche Papstwähler - doch zusätzlich erhob der Papst drei weitere verdiente Kirchenmänner in den Kardinalsstand, die bereits mehr als 80 Jahre alt sind. Sie könnten damit bei einer eventuellen Papstwahl nicht mit abstimmen. Insgesamt gibt es jetzt 218 Kardinäle, davon 122 Papst-Wähler.

Für Müller, den aus Mainz stammenden ehemaligen Bischof von Regensburg, der seit Mitte 2012 einer der Nachfolger Joseph Ratzingers als Präfekt der mächtigen Glaubenskongregation im Vatikan ist, war die Kardinalsernennung eine Frage der Zeit. Ins Gremium der Papstberater stieg auch der von Franziskus ernannte Staatssekretär Pietro Parolin auf.

Zum deutschen Kollegium Müllers unter den Purpurträgern zählen der Kölner Joachim Meisner, der Mainzer Karl Lehmann, Reinhard Marx aus dem Erzbistum München und Freising, dessen Amtsvorgänger Friedrich Wetter sowie der Berliner Rainer Maria Woelki. Dazu kommen die römischen Kurienkardinäle Walter Kasper, Paul-Josef Cordes, Walter Brandmüller und P. Karl Becker.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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