Kaukasus-Konflikt
Polen kritisiert „Nachgiebigkeit“

Der polnische Staatspräsident Lech Kaczynski hat Deutschland und Frankreich im Zusammenhang mit dem Georgien-Konflikt scharf kritisiert. Er warf den Regierungen beider Länder vor, mit Rücksicht auf die wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland eine zu lasche Haltung gegenüber Moskau einzunehmen.

HB WARSCHAU. Kaczynski beschuldigte Berlin und Paris in einem am Samstag veröffentlichten Interview der polnischen Tageszeitung "Rzeczpospolita" außerdem, dass sie die Politik der Europäischen Union bestimmten, ohne die Meinungen der neuen EU-Mitglieder wie Polen zu berücksichtigen, die in der Zeit des Kalten Kriegs unter der Kontrolle Moskaus gestanden hätten. "Wieder einmal zeigt sich, dass die wirklichen Entscheidungen in dieser Organisation von Berlin und Paris getroffen werden", sagte der Präsident.

"Es ist lachhaft, von einer gemeinsamen Politik der Union gegenüber Moskau zu sprechen", erklärte Kaczynski weiter. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy bestimmten die EU-Politik gegenüber Russland, obwohl für die östlichen Mitgliedstaaten am meisten auf dem Spiel stehe. Deutschland und Frankreich hätten aufgrund historischer Erfahrung ein sehr besonderes Verhältnis zu Russland, "aber auch wegen der Interessen von Unternehmen, die glauben, sie können in Russland viel Geld machen".

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