Kaukasus-Konflikt
Südossetien will Russland beitreten

Die abtrünnige georgische Provinz Südossetien will Mitglied der Russischen Föderation werden, kündigte der selbsternannte Präsident Eduard Kokoity an. Das dürfte den Konflikt im Kaukasus neu anheizen.

HB MOSKAU. "Auf jeden Fall werden wir ein Subjekt der Russischen Föderation", sagte Republikchef Kokojty im russischen Schwarzmeer-Kurort Sotschi nach Angaben der Agentur Interfax. Er strebe die Vereinigung mit dem zu Russland gehörenden Nordossetien an. „Für uns wäre das die Wiederherstellung einer historischen Gerechtigkeit“, erklärte der Präsident. Fristen nannte er nicht.

Die Führung Abchasiens teilte dagegen mit, man wolle weiterhin unabhängig bleiben. Die Unabhängigkeit beider Gebiete, die bisher zu Georgien gehörten, war von Moskau anerkannt worden. Georgien sieht die abtrünnigen Gebiete weiterhin als sein Staatsgebiet an und wirft Russland Annektierung vor.

Mit der Ankündigung Südossetiens dürfte sich der Kaukasus-Konflikt weiter verschärfen. Die USA hatten Russland erst gestern in ungewöhnlich scharfen Worten zum Abzug aller Truppen aus Georgien aufgefordert. Nach dem Fünftagekrieg im August hat Moskau die Unabhängigkeit der abtrünnigen georgischen Regionen Abchasien und Südossetien anerkannt und, nach offiziellen Angaben zu deren Schutz, Sicherheitszonen um diese herum im georgischen Kernland eingerichtet - zum Ärger der USA und anderer westlichen Staaten.

Moskau finde seit August immer irgendwelche neuen Vorwände, um die anhaltende Präsenz seiner Truppen zu rechtfertigen, sagte Außenamtssprecher Sean McCormack in Washington. "Diese Kerle versuchen bei jeder Gelegenheit sich aus einer geschlossenen Vereinbarung herauszuwinden, unter die ihr Präsident seinen Namen gesetzt hat", sagte McCormack.

Auch Moskaus Plan, nach einem Abzug aus dem georgischen Kernland weiter je 3800 Soldaten in den abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien zu halten, sei völlig inakzeptabel und stehe im Widerspruch zum von Russland unterzeichneten Waffenstillstandsabkommen, sagte McCormack weiter. Russland hatte am Montag zugesagt, seine Truppen Anfang Oktober nach der Entsendung von 200 EU-Beobachtern aus Georgien abzuziehen. Deutschland will ein Fünftel der geplanten Beobachtertruppe stellen.

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