Kaukasus-Krieg
Russische Truppen rücken aus Zentral-Georgien ab

Die USA und die EU hatten mächtig Druck gemacht, die Nato sogar alle Gespräche abgebrochen: Jetzt hat Russland mit dem Abzug von Truppen aus Zentral-Georgien begonnen. Doch der Westen fürchtet, dass Russland Unklarheiten in dem Waffenstillstandsabkommen nutzen könnte, um größere Kontingente in Georgien zu lassen.

HB ZCHINWALI/MOSKAU/TIFLIS. Russische Truppen haben sich am Donnerstag in größerem Umfang aus Zentral-Georgien zurückgezogen. Dabei handelte es sich um den Beginn des Abzugs, wie die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau meldete. Ein Reuters-Kameramann beobachtete in der südossetischen Hauptstadt Zchinwali die Ankunft Dutzender Panzer und gepanzerter Transporter. Sie waren laut Interfax zur nördlich gelegenen russischen Grenze unterwegs. Russland hat in der Waffenstillstandsvereinbarung mit Georgien zugesichert, seine Soldaten bis Freitag aus der Kaukasus-Republik abzuziehen. In den vergangenen Tagen waren jedoch keine nennenswerten Truppenbewegungen auszumachen.

Der Westen fürchtet, dass Russland Unklarheiten in dem von Frankreich vermittelten Waffenstillstandsabkommen nutzen könnte, größere Kontingente in Georgien zu lassen, um den Druck auf Präsident Micheil Saakaschwili zu erhöhen. So hat Russland sich bislang nicht dazu verpflichtet, alle zusätzlichen Soldaten auf ihre Heimatstützpunkte zurückzuziehen. Interfax hatte am Donnerstag zunächst gemeldet, die in Zchinwali eingetroffene Panzer-Kolonne sei aus der strategisch wichtigen Stadt Gori gekommen. Die Agentur zog den Verweis auf Gori später zurück, hielt aber an der Darstellung des begonnenen Rückzugs fest.

Die NATO fordert einen schnellstmöglichen Abzug des russischen Militärs aus Georgien. Moskau hat angekündigt, in Südossetien ein verstärktes Kontingent „zum Schutz der Bevölkerung vor georgischen Angriffen“ zu belassen. Die georgische Führung kritisiert dies als Okkupation.

Unterdessen hat der russische Generalstab hat die vom Kreml vorgegebene Frist zum Truppenabzug aus georgischem Kerngebiet bis Freitag bestätigt. „Wir haben den Rückzug unserer Truppen mit einem derartigen Tempo begonnen, dass sich zum Ende des 22. August unsere Soldaten im Verantwortungsbereich der russischen Friedenstruppen befinden werden“, sagte Vize-Generalstabschef Anatoli Nogowizyn am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Moskau.

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