Kaukasus-Krise
Bush greift Russland scharf an

Russland hat den französischen Entwurf einer Uno-Resolution zu dem Krieg um Südossetien als inakzeptabel abgelehnt. Während russische Truppen georgischen Regierungsangaben zufolge nicht weiter auf Tiflis vorgerückt sind, verschärfte sich die Lage in Abchasien. US-Präsident George W. Bush griff Russland unterdessen scharf an.

HB NEW YORK. Der von Frankreich eingebrachte Uno-Resolutionsentwurf sieht nach den Worten von Botschafter Jean-Pierre Lacroix eine sofortige Einstellung aller Feindseligkeiten in Georgien vor. Außerdem solle Russland seine Truppen aus Südossetien abziehen und die territoriale Integrität Georgiens respektieren. Den Opfern solle zudem humanitäre Hilfe zukommen.

Russlands Botschafter Witali Tschurkin sagte dazu, der Entwurf habe zahlreiche Unzulänglichkeiten. Vor allem enthalte er keine Hinweise auf die georgische Aggression und die von Georgien verübten Grausamkeiten.

Vor dem Hintergrund andauernder Gewalt im Südkaukasus will Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy heute (Dienstag) in Russland auf eine Waffenruhe dringen. Sarkozy soll am Mittag mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew über eine Waffenruhe aller Konfliktparteien in Georgien sprechen. Im Westen wächst die Kritik an Russland. Georgien beschuldigt Moskau, einen Eroberungskrieg zu führen. Der Kreml bestreitet dies.

Die georgische Regierung teilte in der Nacht mit, ein weiteres Vorrücken der russischen Truppen sei nicht zu beobachten. Russland hatte zuvor dementiert, auf Tiflis vorzurücken. In die Stadt Gori, 60 Kilometer vor Tiflis, seien lediglich Aufklärer geschickt worden. Bewohner der Geburtsstadt des Sowjetdiktators Stalin hatten am Montagabend von einer Einnahme Goris durch die russische Armee berichtet.

US-Präsident George W. Bush hat einen sofortigen Waffenstillstand in Georgien und den Rückzug der russischen Truppen gefordert. Der Einmarsch in einen „souveränen Nachbarstaat“ sei im 21. Jahrhundert nicht akzeptabel, sagte Bush am Montag (Ortszeit) in Washington. Zur Unterstützung Georgiens wollen die Präsidenten Litauens, Polens und der Ukraine im Tagesverlauf in Tiflis eintreffen.

Nach den tagelangen Kämpfen um das von Georgien abtrünnige Gebiet Südossetien verschärfte sich die Lage an der zweiten Front - Abchasien. Militäreinheiten des von Moskau unterstützten Gebietes am Schwarzen Meer griffen am Dienstagmorgen nach eigenen Angaben im oberen Kodori-Tal georgische Stellungen an. Georgien kontrollierte seit 2006 das obere Kodori-Tal, das auch die Abchasen als ihr Territorium betrachten.

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