Kaukasus-Krise
Georgien zieht Truppen aus Zchinwali ab

Georgien hat seine Truppen aus der Hauptstadt der abtrünnigen Region Südossetien abgezogen. Der Großteil der Stadt werde von russischen Soldaten kontrolliert. Das teilte ein Vertreter des Generalstabs der russischen Streitkräfte am Sonntag auf einer Pressekonferenz in Moskau mit.

HB TIFLIS/ SUCHUMI. Unter massivem russischen Beschuss hätten die Soldaten Zchinwali am Sonntag verlassen, sagte ein Minister in Tiflis. Der Rückzug solle helfen, einen Korridor für die Evakuierung von Verwundeten einzurichten. Die Soldaten bezögen andere Positionen, blieben aber in Südossetien, sagte Wiedervereinigungsminister Temur Jakobaschwili. Auch der Chef des georgischen Sicherheitsrates, Alexander Lomaia, bestätigte, die Truppen hätten sich aus Zchinwali zurückgezogen.

Als Grund nannte er die russischen Angriffe. „Russland hat seine Aggression über Nacht ausgeweitet“, sagte Lomaia. Bereits am Samstag hatte ein russischer General erklärt, seine Truppen hätten die georgischen Streitkräfte aus der Stadt vertrieben.

Zum ersten Mal seit Beginn der Kämpfe am Freitag griff die russische Luftwaffe am Sonntagmorgen ein Ziel in der georgischen Hauptstadt Tiflis an. Sie bombardierte ein Werk im Osten von Tiflis, in dem Kampfjets vom Typ Su-25 produziert werden. Ein Sprecher des georgischen Innenministeriums sagte, die Rollbahn des Flugfelds sei beschädigt worden. Verletzt wurde seinen Angaben zufolge niemand.



Russland vor dem Sicherheitsrat



Russland sprach sich unterdessen im Uno-Sicherheitsrat gegen einen Waffenstillstand mit Georgien aus. Die georgischen Truppen müssten sich vielmehr aus Südossetien zurückziehen und garantieren, keine Gewalt gegen die Menschen in der abtrünnigen Region anzuwenden, forderte der russische Uno-Botschafter Witali Tschurkin am Samstagabend in New York. Dort war der Weltsicherheitsrat zu seiner dritten Sondersitzung seit Beginn der Kämpfe zusammengekommen.

Ein weiteres Treffen ist für Sonntagnachmittag (Ortszeit) anberaumt. Jedoch galt es als unwahrscheinlich, dass die 15 Ratsmitglieder sich noch auf eine gemeinsame Erklärung zum Konflikt zwischen Georgien und Russland einigen können. Es werde „sehr schwer, wenn nicht unmöglich“, einen Konsens zu finden, räumte der amtierende Präsident des Sicherheitsrates, der belgische Uno-Botschafter Jan Grauls ein.

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