Kaum Agenten gegen Wirtschaftskriminelle
FBI von der Finanzkrise kalt erwischt

Dem FBI fehlen Agenten für Ermittlungen im Zuge der Finanzkrise. Es mangele an Ressourcen, weil die meisten Mitarbeiter sich nach dem 11. September auf die nationale Sicherheit konzentriert hätten, berichtet eine US-Zeitung. Demnach warnte die US-Bundespolizei schon 2004 vor den Folgen einer drohenden Hypothekenkrise, die Regierung habe aber nichts unternommen.

HB NEW YORK. Der US-Bundespolizei FBI fehlen Ermittler zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität. Wie die "New York Times" in ihrer Sonntag-Ausgabe unter Berufung auf heutige und frühere FBI-Beamte berichtet, wurden nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 mehr als 1800 Beamte aus Abteilungen zur Kriminalitätsbekämpfung abgezogen und für die Terrorismusabwehr sowie für geheimdienstliche Aufgaben eingesetzt. Dies sei fast ein Drittel aller Agenten in den Dezernaten zur Kriminalitätsbekämpfung gewesen. Das FBI plane jetzt, die Zahl ihrer Ermittler für Fälle von Wirtschaftskriminalität zu verdoppeln. Dafür sollen Hunderte von Agenten versetzt werden.

Seit 2004 habe das FBI vor drohenden Gefahren durch kriminelle Machenschaft im Zusammenhang mit dem Hypothekenmarkt gewarnt. Die Regierung von Präsident George W. Bush sei wiederholt um eine Aufstockung des FBI-Etats für die Verbesserung der Bekämpfung von Straftaten ersucht worden, die nicht in Verbindung mit dem Terrorismus stehen. Jedes Jahr seien diese Forderungen aber abgelehnt worden. Die Politik sei auf die Terrorbekämpfung fixiert gewesen, schrieb die Zeitung.

Neben den Ermittlungen im Fall der Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac sowie der Versicherungsgesellschaft AIG (American International Group) und der in die Insolvenz geratenen Investmentbank Lehman Brothers hat das FBI nach Angaben der "New York Times" mehr als 1500 Ermittlungen im Zusammenhang mit der Hypothekenkrise eingeleitet.

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