Kaum noch Chancen
Hilfsorganisation geht von mehr als 1000 toten Deutschen in Thailand aus

Für die noch in Thailand vermissten Deutschen gibt es nach Auffassung eines deutschen Katastrophenhelfers keine Hoffnung mehr. Laut Berliner Regierungsangaben stieg die Zahl der deutschen Flut-Toten auf 60.

HB BERLIN. Für die noch in Thailand vermissten Deutschen gibt es offenbar keine Hoffnung mehr. Das berichtet der Nachrichtensender N24 unter Berufung auf einen deutschen Katastrophenhelfer. Detlef Dodenhoff vom Arbeiter Samariter Bund (ASB), der in Phuket dem Kriseninterventionsdienst der Bundesregierung angehört, sagte dem Sender am Sonntag, nach den ihm «vorliegenden Tatsachen dürfte es so sein, dass die Vermissten alle tot» seien. Wenn sich die Zahl der Vermissten auf mehr als tausend belaufen sollte, sei damit zu rechnen, dass es mehr als tausend Tote seien.

Ähnlich äußerte sich das Auswärtige Amt in Berlin. Man halte sich an Fakten, aber von Tag zu Tag wachse die Wahrscheinlichkeit, dass viele der Vermissten nicht zurückkehren, sagte der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Klaus Scharioth, in Berlin. er teilte mit, dass die Zahl der identifizierten deutschen Flut-Toten bis Sonntag auf 60 gestiegen sei. Die Zahl der Vermissten steige weiter, fügte er hinzu. «Wir liegen jetzt sehr deutlich über 1000.»

Scharioth bezifferte die Zahl der verletzten Deutschen unverändert auf rund 300. Bislang seien 7000 deutsche Urlauber in die Heimat zurückgebracht worden, sagte er. Eine Rückführung der Toten nach Deutschland wird laut Dodenhoff vom ASB nicht in allen Fällen möglich sein. Zahlreiche Opfer seien vor ihrer Identifizierung bereits verbrannt worden, möglicherweise auch Deutsche.

Unterdessen untersuchten deutsche Gerichtsmediziner in Mai Khao in der kleinen Stadt Mai Khao, an der Grenze zwischen den Provinzen von Phuket und Phan Nga, die Leichen von Tsunami-Opfern. In der Region hatten die Flutwellen mit besonderer Wucht zugeschlagen - hunderte Deutsche werden hier noch vermisst.

Um die Identität der Opfer zu klären, nahmen die Mediziner DNA-Proben aus Knochen und prüften zahnmedizinische Befunde. Jede Leiche werde mit einer Kennnummer versehen, die auf einem Mikrochip am Körper des Toten gespeichert wird, wie Teamleiter Jürgen Peter mitteilte. Sein Einsatz sei ähnlich wie bei anderen Katastrophen, aber die Dimension sei nicht vergleichbar, sagte Peter.

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