Kein Atomwissen
Iranischer Überläufer soll Hisbollah-Experte sein

Seit der frühere Vize-Verteidigungsminister des Iran Anfang Februar in Istanbul spurlos verschwand, wird über seinen Verbleib gerätselt. Einige Fragen beantwortet der französische „Figaro“: Alireza Asghari lief in den Westen über - doch dessen Geheimdienste wissen noch nicht, ob ihnen Teheran nicht ein falsches Ei ins Nest gelegt hat.

HB PARIS. Wie die Pariser Zeitung am Dienstag berichtet, hat der 63 Jahre alte General die 1 500 bis 2 000 iranischen „Revolutionswächter“ kommandiert, die Anfang der 80er Jahre beim Aufbau der Schiitenmiliz Hisbollah im Libanon geholfen hätten.

Im Teheraner Verteidigungsministerium sei Asghari anschließend für Waffenkäufe und Logistik zuständig gewesen. Sein Wert für die USA und Israel liege in seinen Kenntnissen über die Waffenlieferungen an die Hisbollah, ihre Depots und deren Einsatzkette. In das iranische Atomprogramm sei der General nicht involviert gewesen. Angeblich sei er in Ungnade gefallen, nachdem er ein Korruptionsnetz im Ministerium aufdeckte.

Der frühere Iranexperte des US-Geheimdienstes CIA, Reuel Gerecht, sagte dem „Figaro“: „Wir sind noch nicht sicher, ob es sich um ein Überlaufen handelt.“ Manche angeblichen Überläufer seien Doppelagenten. Man müsse ihre Motive und den Wert ihrer Informationen prüfen. Asghari erscheine aber „sehr interessant“ für Washington.

Asghari war am 7. Februar in Istanbul spurlos verschwunden. Nach Berichten, die über westliche Medien gestreut werden, hat er Asyl in den USA beantragt und wird derzeit in Nordeuropa von US-Spezialisten verhört. Teheran verdächtigt Israel und die USA, den Offizier verschleppt zu haben.

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