Kein Ende der Gewalt
Dutzende Tote bei Anschlägen im Irak

Nach der Regierungsbildung im Irak haben die Aufständischen ihren Kampf gegen die neue Führung im Land fortgesetzt. Bei einer Serie von Selbstmordanschlägen wurden am Freitag mehr als 60 Menschen getötet.

BAGDAD. In Bagdad fand die Polizei die Leichen von 14 Männern, die offensichtlich hingerichtet worden waren. Südlich der irakischen Hauptstadt wurden nach Polizeiangaben mindestens 58 Menschen getötet. Der Attentäter habe sich in Suwaira mit seinem Auto in der Nähe eines Gemüse-Marktes in die Luft gesprengt, hieß es.

In der nordirakischen Stadt Tikrit riss ein Selbstmordattentäter neun Polizisten mit in den Tod. Die in Bagdad gefundenen Leichen hätten zivile Kleidung getragen, teilte die Polizei mit. Die 14 Männer seien durch Kopfschüsse regelrecht exekutiert worden. Einigen der Opfer seien die Augen verbunden gewesen.

Beobachtern zufolge hat die mehr als drei Monate dauernde Regierungsbildung zu einem Machtvakuum geführt, das die Aufständischen für sich zu nutzen versuchen. Noch immer sind wichtige Kabinettsposten nicht besetzt.

Zu vielen Anschlägen und Entführungen hat sich in der Vergangenheit die Gruppe um den Jordanier Abu Mussab al-Sarkaui bekannt, die als irakischer Flügel der radikal-moslemischen Al-Kaida-Gruppe gilt. Auch der schiitische radikal-islamische Geistliche Moktada al-Sadr gilt als Anführer eines Teils der Aufständischen.

Neben den Anschlägen kommt es nach wie vor zu Entführungen von Ausländern. Das jüngste Opfer, ein am Sonntag verschleppter 63-jähriger Australier, ist nach Einschätzung der australischen Regierung noch am Leben. „Wir sind noch immer entschlossen, ihn da rauszubekommen“, sagte Außenminister Alexander Downer einem australischen Radiosender.

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