Kein Kompromiss in Sicht
Hamas lehnt Verlängerung der Waffenruhe ab

Zähes Ringen um dauerhafte Lösung im Gaza-Konflikt: Die Gespräche in Kairo gehen weiter, doch eine Lösung scheint ungewiss. Finden Israel und die Palästinenser keinen Kompromiss, könnte es in Kürze neue Gewalt geben.

Gaza/Tel AvivIm Wettlauf gegen die Zeit haben Israel und die Palästinenser am Dienstag um eine langfristige Lösung im Gaza-Konflikt gerungen. In Kairo setzten die Konfliktparteien ihre indirekten Gespräche unter ägyptischer Vermittlung fort. Der Chefunterhändler der radikal-islamischen Hamas in der palästinensischen Delegation, Mussa Abu Marsuk, berichtete von „schwierigen Verhandlungen“.

Die Hamas lehnt eine Verlängerung der dreitägigen Waffenruhe ab, die am Mittwoch um 00.00 Uhr Ortszeit endet. Sollte es bis dahin keine Einigung geben, befürchten Beobachter einen neuerlichen gegenseitigen Beschuss.Seit Beginn des Gaza-Kriegs vor mehr als einem Monat sind nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums mehr als 1900 Palästinenser getötet und knapp 10.000 verletzt worden.

Auf israelischer Seite starben nach offiziellen Angaben 64 Soldaten und 3 Zivilisten, mehr als 500 Menschen wurden verletzt. Offizielles Ziel Israels war es, geheime Tunnel der Hamas zu zerstören, die nach Israel führen, und den Raketenbeschuss zu unterbinden. Nach israelischen Angaben haben militante Palästinenser in den vergangenen vier Wochen fast 3500 Raketen Richtung Israel abgeschossen.

Verteidigungsminister Mosche Jaalon wies die israelische Armee an, weiter wachsam zu sein. „Es kann sein, dass die Gefechte wieder ausbrechen“, sagte Jaalon am Dienstag beim Besuch einer Marinebasis in Aschdod. Der palästinensische Delegationschef Asam al-Ahmed sagte der Online-Zeitung „Times of Israel“, es gebe Fortschritte bei den Verhandlungen. Dennoch sei „die Kluft groß“.

Ähnlich zitierte der israelische Rundfunk einen Regierungsvertreter in Jerusalem. Israelische Medien berichteten, Israel habe sich unter anderem dafür ausgesprochen, dass Sicherheitskräfte des Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas an den Kontrollen von zwei Grenzübergängen zwischen dem Gazastreifen und Israel sowie am Grenzübergang nach Ägypten beteiligt werden.

Delegationschef Al-Ahmed betonte, die Palästinensische Autonomiebehörde sei dazu bereit und in der Lage. Die Herrschaft der Hamas sei vorbei, sagte Al-Ahmed der „Times of Israel“. In Zukunft werde die Autonomiebehörde nicht nur im Westjordanland die Hoheitsgewalt haben, sondern auch in Gaza.

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