Kein spezieller Schutz für den Kabeljau
Niedrigere Fischfangquoten beschlossen

Die Senkung der nationalen Fischfangquoten für 2005 ist von den EU-Fischereiministern am Mittwoch beschlossen worden. Eine Sperrung bestimmter Gebiete zum Schutz bedrohter Arten wie Kabeljau wurde jedoch abgelehnt. „Es gab eine breite qualifizierte Mehrheit“, sagte ein EU-Diplomat nach dem Treffen der Minister.

HB BRÜSSEL. Um den seit Jahren niedrigen Beständen bestimmter Fischarten eine Erholung zu ermöglichen, wollte die EU-Kommission den Fischfang vor allem in Teilen der Nordsee komplett verbieten. Nach einem 14-stündigen Verhandlungsmarathon und erbittertem Widerstand vor allem aus Großbritannien und Frankreich einigten sich die Minister in Brüssel jedoch lediglich auf eine Senkung der nationalen Quoten und eine Ausdehnung der Schonzeiten. „Dies sind notwendige Maßnahmen, die den Fischereiflotten wirtschaftlich nicht schaden“, sagte der für Fischerei zuständige EU-Kommissar Joe Borg. Einzig Litauen lehnte den Kompromiss ab, Griechenland enthielt sich.

Wissenschaftler haben wiederholt gewarnt, in einigen Gebieten sei der Bestand bestimmter Fischarten so gering, dass nur ein Fischfangverbot eine Lösung biete. Kabeljau, Seehecht und Seezunge seien vom Aussterben bedroht. Um vom Fischfang abhängigen Regionen nicht zu schaden, hatte die Kommission von einem generellen Fangverbot in einigen Gebieten bisher abgesehen. Der britische Fischerei-Minister Ben Bradshaw begrüßte den Kompromiss: „Wie immer war es auch in diesen Verhandlungen unser Ziel, die notwendigen Entscheidungen zum Schutz bedrohter Bestände zu treffen und die Möglichkeiten für unsere Fischer zu maximieren, in gesunden Beständen zu fangen.“

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