Kein Ultimatum
Scharon gibt Abbas mehr Zeit

Israel Ministerpräsident Ariel Scharon will Palästinenserpräsident Mahmud Abbas mehr Zeit für die Umsetzung der vereinbarten Waffenruhe geben. Scharons Berater Raanan Gissin bestätigte am Freitag, Israel wolle zunächst „von militärischen Aktionen absehen und Abbas Zeit lassen, Schritte zu unternehmen“.

HB JERUSALEM. Israel wolle ihm die Chance geben, gegen Extremisten vorzugehen. Es gebe auch kein Ultimatum.

Abbas hatte am Donnerstag nach Mörserangriffen radikaler Palästinenser auf israelische Siedlungen im Gazastreifen führende Offiziere des palästinensischen Sicherheitsapparats entlassen. Die radikal-islamische Hamas-Bewegung hatte mit den Angriffen auf den Tod eines palästinensischen Jugendlichen durch israelische Schüsse am Vortag reagiert.

Der Palästinenserpräsident wollte am Freitagnachmittag in den Gazastreifen reisen, um dort die Anführer der Extremisten zur Einhaltung der Waffenruhe zu bewegen. Der israelische Vize- Verteidigungsminister Seew Boim warnte unterdessen im israelischen Rundfunk, die Zeit für Abbas zum Durchgreifen gegen die Extremisten laufe ab. Abbas müsse jetzt den Worten Taten folgen lassen.

Israelische Extremisten attackieren Netanjahu

Israelische Rechtsextremisten haben versucht, Finanzminister Benjamin Netanjahu bei einer Hochzeitsfeier tätlich anzugreifen. Der 55-jährige Politiker sei aber nicht verletzt worden, teilte die Polizei am Freitag mit. Eine kleine Gruppe radikaler Gegner des israelischen Abzugs aus dem Gaza-Streifen habe Netanjahu am Donnerstagabend mit Rufen wie „Mörder, Dein Tag wird kommen“, beschimpft, berichtete die Zeitung „Jedioth Ahronoth“. Bei dem Fest in der von ultra-orthodoxen Juden bewohnten Ortschaft Kfar Habad nahe Tel Aviv soll auf den früheren Ministerpräsidenten außerdem ein Teller geworfen worden sein, ein Reifen seines Autos wurde nach Polizeiangaben zerstochen. Netanjahu wurde von seinen Leibwächtern in Sicherheit gebracht. Die Polizei erklärte, sie hoffe, durch die Auswertung von Videoaufnahmen die Täter identifizieren zu können. Vertreter jüdischer Siedler zeigten sich bestürzt. Insbesondere bei Siedlern und rechtsextremen Gruppen steht die Regierung Ariel Scharons wegen ihrer Abzugspläne massiv in der Kritik.

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