Kein Waffenstillstand in Nadschaf in Sicht
Autobombe fordert mindestens sieben Todesopfer im Irak

Mindestens sieben Menschen sind bei einem Autobombenanschlag auf den Vize-Gouverneur der irakischen Provinz Dijala getötet worden, 17 weitere wurden verletzt. Unterdessen gehen die Kämpfe um die Stadt Nadschaf unverändert heftig weiter.

HB BAGDAD. Der Vize-Gouverneur von Dijala, Akil Hamid, wurde bei dem Attentat verletzt, bestätigte ein Sprecher der Provinzverwaltung in Bakuba. Die offenbar ferngezündete Sprengladung explodierte in einem geparkten Auto. Bakuba war in den letzten Wochen immer wieder Schauplatz von Bombenanschlägen und Attentaten.

In der seit Tagen umkämpften irakischen Stadt Nadschaf ist derweil kein Waffenstillstand in Sicht. Auch der überraschende Besuch des irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi am Sonntag brachte nach Medienberichten keine Wende im Konflikt.

Ein Sprecher des radikalen Schiiten-Predigers Muktada el Sadr in Nadschaf zeigte zwar Bereitschaft zu Verhandlungen mit Allawi, wies jedoch Forderung nach einem Rückzug der so genannten „Mahdi-Armee“ aus der Stadt zurück. Ein anderer Vertrauter el Sadrs in Bagdad sagte dem arabischen Nachrichtensender El Dschasira, die Aufständischen würden Nadschaf nie verlassen. Zehntausende Iraker seien auf dem Weg in den Pilgerort. Allawi hatte in Nadschaf die aufständischen Milizionäre zum Abzug aufgefordert und Verhandlungen mit den Milizionären abgelehnt.

Bei den heftigen Kämpfen in Nadschaf wurden nach Angaben von Krankenhäusern von Freitag bis Sonntag mindestens 87 Iraker getötet und fast 300 verletzt. Das US-Militär verlor nach eigenen Angaben fünf Soldaten.

Die irakische Justiz erließ unterdessen Haftbefehle gegen den irakischen Politiker Ahmed Chalabi und seinen Neffen Salem Chalabi, wie der arabische Nachrichtensender El Arabija am späten Sonntagabend berichtete. Ahmed Chalabi war Mitglied des am 1. Juni aufgelösten provisorischen Regierungsrates, Salem Chalabi ist Verwaltungsdirektor des Sondertribunals für Regimeverbrechen, vor dem sich der gestürzte Diktator Saddam Hussein und seine Mitstreiter verantworten müssen. Ahmed Chalabi wird der Geldfälschung, Salem Chalabi des Mordes verdächtigt.

Ahmed Chalabi bezeichnete in einem Interview des US- Nachrichtensenders CNN die Vorwürfe als völlig konstruiert. Chalabi, der sich in Iran aufhält, sagte, er werde nach Bagdad zurückkehren, um die Anschuldigungen aus der Welt zu schaffen. Auch Salem Chalabi wies die Beschuldigungen als haltlos zurück. Salem Chalabi, der zur Zeit in England lebt, sagte, er habe die Person nie getroffen, die getötet worden sei. Die Vorwürfe seien persönlich und politisch motiviert, sagten die beiden dem US-Nachrichtensender weiter.

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