"Kein Wasser auf das Feuer gießen - Vorgänge werden lückenlos aufgeklärt"
Rumsfeld macht sich Bild von Zuständen im Irak

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat sich am Donnerstag überraschend selbst ein Bild der Zustände in dem berüchtigten Gefängnis Abu Ghoreib im Irak gemacht. Er bezeichnete den Folterskandal nach Angaben von anwesenden Reportern als schweren Schlag für die US-Armee.

HB ABU GHRAIB. „Wir haben uns gesagt, dass es richtig ist, hierher zu kommen und euch in die Augen zu sehen“, sagte Rumsfeld vor US-Soldaten im Gefängnis. Auf dem Flug nach Bagdad hatte er gesagt, er sorge sich um die korrekte Behandlung der Gefangenen und das korrekte Verhalten der Soldaten. In Verteidigungskreisen hieß es, mit dem Besuch reagiere Rumsfeld auf die Veröffentlichung von Fotos, auf denen Misshandlungen in Abu Ghraib zu sehen waren. Durch den Skandal haben die USA, die Ende Juni die Macht an die Iraker übergeben wollen, an Renommee eingebüßt. Im Irak wächst der Widerstand gegen die Besatzungstruppen; in Kerbela und Nadschaf lieferten sich schiitische Aufständische erneut Gefechte mit US-Soldaten.

Rumsfeld flog mit dem Hubschrauber zu dem Gefängnis Abu Ghraib. Während des halbstündigen Besuches fuhr der Pentagon-Chef in einem gepanzerten Bus über das Gelände. Die meisten der rund 3 000 Gefangenen zeigten sich teilnahmslos. Einige reckten die Faust in Rumsfelds Richtung oder zeigten ihm den nach unten gesenkten Daumen.

„In den vergangenen Monaten geschahen Dinge auf diesem Stützpunkt in unserer Verantwortung, und es war Schlag für uns alle“, sagte Rumsfeld vor den US-Soldaten. „Lasst euch von niemandem sagen, dass Amerika das ist, was mit der Welt falsch läuft, denn es ist nicht so. Wir werden diese harte Zeit überstehen, daran gibt es keinen Zweifel.“

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