Keine Abrüstungspflicht für Atommächte
UN-Gipfel billigt Minimalkompromiss

Der Weltgipfel der Vereinten Nationen (UN) in New York ist mit einem Minimalkonsens in den zentralen Zukunftsfragen der Gemeinschaft zu Ende gegangen. Nach dreitägigen Beratungen billigten die Staats- und Regierungschefs der UN-Mitgliedstaaten am Freitag die rund 40-seitige Abschlusserklärung, in der die Bekämpfung der Armut und des Terrorismus sowie der Schutz der Menschenrechte bekräftigt werden.

HB NEW YORK. Das Papier war in wochenlangen Krisengesprächen ausgehandelt worden und blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück. Als Fortschritt hob UN-Generalsekretär Kofi Annan zum Abschluss vor allem die Einigung auf eine internationale Pflicht zum Schutz von Zivilisten vor Völkermord und ethnischer Verfolgung hervor. Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul machte am Samstag die USA für die enttäuschenden Ergebnisse verantwortlich.

Zahlreiche Staats- und Regierungschefs wie unter anderem US-Präsident George W. Bush hatten den Jubiläumsgipfel zum 60. Jahrestag der UN bereits vor seinem Ende verlassen. Trotz der bescheidenen Ergebnisse äußerten sich einige Vertreter der UN-Mitgliedstaaten zuversichtlich, dass das bislang größte Treffen von Staats- und Regierungschefs in der UN-Geschichte den Zielen der Organisation neue Impulse verleihen werde. Er hoffe, die Abschlusserklärung gebe „ein überzeugendes politisches Signal unseres gemeinsamen Bekenntnisses zu den Vereinten Nationen und ihrer Charta“, sagte der schwedische Regierungschef Göran Persson, der die Abschlusssitzung geleitet hatte.

Annan begrüßte zudem die Einrichtung einer Friedenskommission, die Staaten in Nachkriegsphasen bei der Stabilisierung des Friedens unterstützen soll, sowie die Bekräftigung der Millenniumsziele, die unter anderem die Halbierung der Armut auf der Welt bis 2015 vorsehen. Die Erklärung der Staaten wurde im Konsens verabschiedet und erhielt im Plenum lediglich höflichen Applaus. Persson kritisierte vor allem, dass kein gemeinsames Vorgehen gegen die Verbreitung von Atomwaffen und im Kampf gegen den Terrorismus gefunden wurde. „Die Aussicht, dass Massenvernichtungswaffen erneut eingesetzt werden, ist beängstigend ... Das Versäumnis, die Bedrohung durch diese Waffen anzusprechen, hat zur Folge, dass ein entscheidendes Ziel noch vor uns liegt.“ Diesen Punkt hatte auch Bundesaußenminister Joschka Fischer am Tag zuvor in seiner Rede vor dem Weltgipfel angemahnt und erklärt, Deutschland vermisse „klarere Handlungsaufträge“ an die Staatengemeinschaft.

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