Keine Anklageerhebung
Soldat wegen gefälschter Folterfotos festgenommen

Im Zusammenhang mit gefälschten Fotos von vermeintlich in britischer Gefangenschaft misshandelten Irakern ist mindestens ein britischer Soldat festgenommen worden. Dies teilte das Verteidigungsministerium in London am Dienstagabend mit.

HB LONDON. Der Soldat werde „routinemäßig“ im Zuge der Untersuchungen zu den Anfang Mai in der Boulevardzeitung „Daily Mirror“ erschienen Bildern befragt. Es sei keine Anklage erhoben worden, sagte die Sprecherin des Ministeriums.

Im Skandal um die gefälschten Fotos war „Mirror“-Chefredakteur Piers Morgan am vergangenen Freitag gefeuert worden. Die Verlagsleitung hatte sich bei den Lesern und dem britischen Militär entschuldigt und die Zusammenarbeit mit den Ermittlern angekündigt. Unmittelbar zuvor waren Beweise vorgelegt worden, die zeigten, dass die Bilder unmöglich im Irak aufgenommen worden sein konnten.

Die jetzige Festnahme kam aber offenbar nicht durch Informationen der Zeitung zu Stande. „Bis jetzt hat der „Mirror“ nicht kooperiert“, hieß es nach einem Bericht der „Sun“ (Mittwochausgabe) aus dem Umkreis der Ermittler. Von der Festnahme erhofft sich die Militärpolizei auch, zu erfahren, wo die Fotos aufgenommen wurden.

Nach Zeitungsberichten vom Wochenende sollen sich britische Soldaten in Kürze wegen Misshandlungsvorwürfen vor Gericht verantworten müssen. Dabei geht es unter anderem um den Tod eines 28 Jahre alten Irakers in britischem Militärgewahrsam. Der Hotelrezeptionist Baha Mousa soll von Soldaten so geschlagen worden sein, dass er an den Folgen der Verletzungen starb.

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