Keine Annäherung
Nordkorea verneint Besitz von Atomwaffen

Nordkorea besitzt nach eigenen Angaben noch keine Atomwaffen. Bei den Sechser-Gesprächen über sein Atomprogramm in Peking verneinte Vizeaußenminister Kim Yong Il am Mittwoch, dass sein Land über Nuklearwaffen verfüge. Das berichtete die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass.

HB/dpa PEKING. Der Delegationsleiter drohte zum Auftakt der dreitägigen Runde allerdings, dass Nordkorea im Fall eines Fehlschlags der Verhandlungen sein „Abschreckungspotenzial“ weiter ausbauen werde. Am ersten Tag der Gespräche im chinesischen Staatsgästehaus gab es keine Annäherung in den Positionen der USA und Nordkoreas, die keine Zugeständnisse machten.

Vertreter beider Länder kamen am Rande der Sechser-Runde auch zu einem bilateralen Treffen zusammen, wie Japans Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf Konferenzkreise berichtete. Damit wurde eine Forderung Nordkoreas nach direkten Gesprächen mit den USA erfüllt. An der dreitägigen Runde, bei der Nordkorea zur Aufgabe seines wieder aufgenommenen Atomprogramms bewegt werden soll, nehmen auch China, Südkorea, Japan und Russland teil. Russlands Vizeaußenminister Alexander Losjukow zeigte sich nach Angaben von Interfax skeptisch: „Ich würde nicht sagen, dass ich sehr optimistisch bin.“

Die Gespräche seien in einer heiklen Phase, insbesondere was die Kontakte zwischen der amerikanischen und der nordkoreanischen Delegation angehe, sagte Losjukow. Er wollte nicht von einem Scheitern sprechen und sagte: „Es besteht die Chance auf ein minimales Ergebnis, dass nämlich die Seiten den Wunsch haben, sich wieder zu treffen.“ Das Sechser-Format sei „sehr nützlich“, sagte Losjukow. „Wenn es zwei- oder dreiseitige Verhandlungen wären, wären sie wohl schon in eine Sackgasse geraten.“

Mit der Aussage, dass Nordkorea noch keine Atomwaffen besitze, ging Vizeaußenminister Kim Yong Il hinter Äußerungen des nordkoreanischen Delegationschefs im April zurück, der nach amerikanischen Angaben am Rande der damaligen, ersten Gesprächsrunde in Peking informell bei einem Essen darauf hingewiesen habe, dass Nordkorea schon Atomwaffen besitze. Trotz der Widersprüche und gegensätzlichen Positionen sagte Chinas Außenminister Li Zhaoxing am Abend bei einem Empfang der sechs Delegationen, die Gesprächsrunde sei aus seiner Sicht schon „sehr erfolgreich“ gewesen.

So hofften alle Parteien, dass die koreanische Halbinsel „stabil, friedlich und ohne Atomwaffen“ sei, zitierten ihn informierte Kreise. Chinas Außenminister sprach von einem „wichtigen Konsens“. Zum Auftakt bekräftigte Nordkorea allerdings seine Forderung nach einem formellen Nicht-Angriffs-Pakt, den Washington grundsätzlich ablehnt. Die USA beharrten ihrerseits auf einem überprüfbaren Ausstieg Nordkoreas aus dessen Atomprogramm.

Nordkorea machte das Schicksal der Gespräche von den USA abhängig, die ihre feindliche Politik aufgeben und den Nicht-Angriffs-Pakt abschließen sollten, schrieb das kommunistische Parteiorgan „Rodong Sinmun“. Die USA sollten nicht versuchen, Nordkorea nur durch ein mündliches Versprechen oder ein nicht bindendes Dokument mit Sicherheitszusagen dazu zu zwingen, seine „nukleare Abschreckung“ aufzugeben. Es müsse „Geben und Nehmen“ geben. Für einen Verzicht auf sein Atomprogramm werden dem isolierten und verarmten Staat außer Sicherheitsgarantien auch wirtschaftliche Hilfe in Aussicht gestellt.

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