Keine Auswirkungen auf Tourismusregionen
Gespannte Ruhe in Bangkok

In der thailändischen Hauptstadt ist die Lage einen Tag nach dem Militärputsch gegen die Regierung von Ministerpräsident Thaksin ruhig. Armeechef Sonthi Boonyaratglin warb um die Unterstützung der Bevölkerung, versprach politische Reformen und kündigte an, die Macht so schnell wie möglich dem Volk zurückzugeben. Regierungen in aller Welt zeigen sich indes besorgt.

HB BANGKOK. Es sei nicht seine Absicht, die Macht an sich zu reißen und ein „Ersatzherrscher“ zu sein, sagte Sonthi bei seinem ersten öffentlichen auftritt in einer Fernsehansprache. Mit dem Putsch sollten die ernsten Konflikte in der thailändischen Gesellschaft gelöst werden, die der entmachtete Ministerpräsident Thaksin Shinawatra geschaffen habe. Die Streitkräfte seien zum Handeln gezwungen worden, um Korruption, nationale Zerstrittenheit und Unterwanderung unabhängiger Behörden zu beenden. Während seiner Erklärung wurde General Sonthi von den Chefs von Marine, Luftwaffe und Polizei sowie vom Oberkommandierenden der Streitkräfte flankiert.

In der Hauptstadt Bangkok herrschte am Morgen nach dem Putsch gespannte Ruhe. An strategisch wichtigen Punkten der Millionenmetropole standen weiterhin Panzer. Sie hielten unter anderem den Regierungssitz umstellt, etwa 20 Panzer bezogen Stellung vor dem Königspalast, auf dem Königsplatz und vor der Zentrale der Streitkräfte. Die Militärführung erließ ein Versammlungsverbot. Thailands Börse blieb ebenso geschlossen wie alle Banken, Behörden und Schulen im Land. Die Landeswährung Baht verlor drastisch an Wert. Die Rundfunksender stellten ihre aktuellen Sendungen ein und übertrugen nur noch Musik sowie Erklärungen der Putschisten. Die Übertragung von CNN und BBC wurde unterbrochen. In den Tourismusregionen des Landes blieb der Putsch weitgehend ohne Auswirkungen.

Medienberichten zufolge flohen die Familie und Vertraute Thaksins nach dem Putsch außer Landes. Seine Frau habe sich nach Singapur abgesetzt, meldete die Zeitung „The Nation“ am Mittwoch. Die Putschisten, die sich „Verwaltungsrat für Reform“ nennen, hätten eine Reihe von Ministern aus Thaksins Kabinett festgenommen.

Nach Angaben eines Vertreters wollte Thaksin noch am späten Dienstagabend aus New York abreisen. Wohin sich der Regierungschef begeben wollte, war jedoch unklar. Thaksin verhängte von New York aus den Ausnahmezustand, konnte damit aber offenbar den Putsch nicht unterbinden. In Singapur sagte der thailändische Finanzminister Thanong Bidaya, er habe keinerlei Verantwortung mehr und erkannte den Putsch damit an: „Es tut mir leid, ich kann nichts mehr sagen. Ich bin kein Minister mehr.“ Es ist der erste Putsch in Thailand seit 15 Jahren.

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