Keine Berufung mehr möglich
Lebenslange Haftstrafe für Lindh-Mörder bestätigt

In Schweden hat der Oberste Gerichtshof die lebenslange Haftstrafe für den Mörder der schwedischen Außenministerin Anna Lindh bestätigt. Mit dem Spruch hob das Gericht das Urteil in zweiter Instanz vom vergangenen Juli gegen den 25-jährigen Mijailo Mijailovic auf.

HB STOCKHOLM. Gegen das höchstrichterliche Urteil ist keine Berufung mehr möglich. Der Sohn serbischer Zuwanderer hatte die populäre Politikerin im September vergangenen Jahres in einem Stockholmer Kaufhaus erstochen.

In erster Instanz war Mijailovic im März dieses Jahres wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Im Juli hatte ein Stockholmer Berufungsgericht zwar den Schuldspruch wegen Mordes bestätigt, den Verurteilten jedoch auf unbestimmte Zeit in die geschlossene Psychiatrie einweisen lassen. Zur Begründung hieß es, Mijailovic sei zur Tatzeit psychisch krank gewesen.

Das oberste Gericht erklärte nun nach Anhörung von Gutachtern, seine psychischen Probleme seien nicht ausreichend, um seine Unterbringung in der Psychiatrie zu rechtfertigen. Mijailovic habe „mit Vorsatz“ gehandelt. Mildernde Umstände lägen nicht vor.

Die 46-jährige Mutter von zwei Kindern war 10. September 2003 bei einem Einkaufbummel in Stockholm durch zahlreiche Messerstiche so schwer verletzt worden, dass sie am folgenden Morgen im Krankenhaus starb. Der Ehemann der ermordeten Sozialdemokratin, Bo Holmberg, zeigte sich in einer Erklärung erleichtert über das Urteil. Er bedaure jedoch, dass Mijailovic keine Erklärung für seine Tat gegeben habe.

Mijailovic hatte die Tat zwar gestanden, aber erklärt, er sei von inneren Stimmen getrieben worden und habe nicht die Absicht gehabt, die Ministerin zu töten. Der Verurteilte, der vor dem dritten Prozess seine schwedische Staatsbürgerschaft aufgegeben hatte, will sich um eine Strafverbüßung in Serbien bemühen.

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