Keine Beweise für Bombenbau
CIA-Analyse zu Iran setzt Bush unter Druck

Der amerikanische Star-Journalist Seymour Hersh wartet in der neuen Ausgabe des Magazins „The New Yorker“ mit einem neuen Scoop auf: Nach seinen Recherchen liegen dem Geheimdienst CIA keine stichhaltigen Beweise für die Entwicklung von Atomwaffen im Iran vor. Dem Weißen Haus soll die Analyse gar nicht schmecken.

HB NEW YORK. „Die CIA hat bisher keine schlüssigen Beweise für ein geheimes iranisches Nuklearwaffenprogramm gefunden, das parallel zu zivilen Operationen läuft, die der Iran der Internationalen Atomenergiebehörde gemeldet hat“, schreibt Hersh. Die CIA habe es abgelehnt, dies zu kommentieren.

Für die Analyse seien unter anderem mit Hilfe von Satelliten Daten gesammelt worden. Wasserproben und Rauch aus Schornsteinen von Fabriken sowie Kraftwerken seien zudem auf Radioaktivität untersucht worden. In Geheimoperationen hätten amerikanische und israelische Agenten Spürgeräte an Orten im Iran platziert, wo Atomwaffen vermutet worden seien. Auch dabei sei keine bedeutsame Radioaktivität festgestellt worden, schreibt Hersh.

Ein ranghoher Geheimdienstmitarbeiter habe die Existenz der Analyse bestätigt und zugleich erklärt, dass das Weiße Haus den Erkenntnissen ablehnend gegenüberstehe. Die CIA-Studie warne die Regierung vor der Annahme, weil nichts gefunden worden sei, habe der Iran sein geheimes Atomwaffenprogramm nur gut verborgen. Einige im Weißen Haus, darunter auch Mitarbeiter von Vizepräsident Dick Cheney, stünden aber genau auf diesem Standpunkt, schreibt Hersh.

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