Keine Einigung wegen PKK-Rebellen
Türkei setzt Einsätze an irakischer Grenze fort

Nach dem Scheitern der Krisengespräche zwischen Irak und Türkei setzt letztere ihre Einsätze an der Grenze zum Nordirak fort. Zuvor hatten die beiden Länder vergeblich versucht, sich auf ein gemeinsames Vorgehen gegen die PKK-Rebellen zu einigen, die im Nordirak Unterschlupf gefunden haben sollen.

HB ANKARA/SIRNAK Mit Aufklärungsflügen wurde die Bergregion am Samstag nach Stellungen von Kurdenrebellen durchkämmt, wie aus Militärkreisen verlautete. Hubschrauber überflogen Dörfer, Soldaten suchten in dem Gebiet nach Minen. Zuvor waren in Ankara bilaterale Gespräche gescheitert, die eine türkische Großoffensive im Nordirak verhindern sollten. Der Türkei gingen die Vorschläge des Irak zur Bekämpfung der PKK-Rebellen nicht weit genug. Weitere Unterredungen sind nicht geplant.

Die irakische Delegation werde im Laufe des Tages die Türkei verlassen, verlautete aus Regierungskreisen beider Länder. Der irakische Verteidigungsminister General Abdel Kader Dschassim und der Minister für Nationale Sicherheit, Schirwan al-Waeli, waren zusammen mit Vertretern des US-Militärs und der kurdisch-irakischen Regionalregierung zu den Gesprächen nach Ankara gekommen.

Die Türkei wies die irakischen Vorschläge für eine Bekämpfung der kurdischen Rebellen als zu schwach zurück. Die Regierung in Bagdad müsse schneller handeln, sagte ein Sprecher des Außenministeriums nach mehrstündigen Gesprächen. Der stellvertretende Ministerpräsident Cemil Cicek forderte eine Auslieferung aller Kurden-Rebellen, die sich in den Nordirak zurückgezogen haben. Die Regierung in Bagdad hat nur beschränkten Einfluss auf den Norden des Landes, der von Kurden weitgehend autonom regiert wird.

Der Türkei zufolge haben rund 3 000 Kämpfer der verbotenen PKK im Nordirak Unterschlupf gefunden und bereiten von hier aus ihre Angriffe vor. Die USA und die EU haben das Nato-Mitgliedsland Türkei davor gewarnt, die Stabilität der relativ ruhigen Kurdengebiete im Nordirak und der gesamten Region zu gefährden. Doch nach dem Tod dutzender Soldaten steht die Regierung des türkischen Ministerpräsidenten Tayyip Erdogan unter großem Druck, die Gewalt zu beenden.

In den vergangenen Wochen hat die Türkei rund 100 000 Soldaten an der Grenze zusammengezogen und nach Angaben von Vize-Regierungschef Cicek bereits 24 Einzeleinsätze gegen die PKK geführt. Es habe aber noch keinen vollen Vormarsch gegeben. In der Stadt Sirnak im Südosten der Türkei demonstrierten am Samstag rund 1 000 Menschen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen gegen die PKK. Die Organisation kämpft seit 1984 für einen eigenen Staat. In dem Konflikt starben bereits mehr als 30 000 Menschen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%