Keine Gespräche mehr
Nordkorea will atomare Abschreckung ausbauen

Nordkorea hat „kein Interesse“ mehr an Gesprächen über eine Einstellung seines Atomprogramms und will stattdessen die nukleare Abschreckung ausbauen. „Es gibt keine Notwendigkeit, diese Art von Gesprächen zu führen“, sagte ein Mitglied der nordkoreanischen Delegation am Samstag bei der Abreise auf dem Flughafen in Peking über die am Vortag beendeten Sechser- Runde.

HB/dpa SEOUL/PEKING. „Die Gespräche haben den Glauben bestärkt, dass wir keine andere Wahl haben, als unsere atomare Abschreckung als Selbstverteidigungsmittel zu verstärken“, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur KCNA einen Sprecher des Außenministeriums in Pjöngjang. Die USA, Japan, China, Südkorea und Russland gehen hingegen von der Fortsetzung des Dialogs aus, für den jedoch noch kein Termin vereinbart werden konnte.

Der US-Delegationsleiter James Kelly bekräftigte bei der Abreise den Willen Washingtons zu einer friedlichen Lösung. Südkoreas Außenminister Yoon Young Kwan warnte Nordkorea am Sonntag in einem Fernsehinterview davor, die Situation durch die Entwicklung seines umstrittenen Atomprogramms weiter zu verschärfen. Dadurch würde sich Pjöngjang nur weiter isolieren.

Am Sonntag verstärkte hingegen Nordkorea noch einmal seine Drohgebärden. Falls die USA ihre „feindliche Politik“ gegenüber Pjöngjang nicht änderten, „wird der Atomstreit niemals beigelegt werden und stattdessen in unwiderrufliche Konsequenzen münden“, hieß es in einem von KCNA verbreiteten Kommentar der staatlichen Zeitung „Rodong Sinmun“. Die Zeitung wiederholte Nordkoreas Forderungen bei den Sechser-Gesprächen nach einem Nichtangriffspakt mit den USA und diplomatischen Beziehungen. Die USA verlangen vorher eine überprüfbare Einstellung des nordkoreanischen Atomprogramms.

Sein Land könne kein Interesse an solchen Gesprächen haben oder Erwartungen in sie setzen, sagte der Ministeriumssprecher in Pjöngjang. „Wir konnten bestätigen, dass die USA nicht die Absicht haben, die Beziehungen zu verbessern, ihre Politik zu ändern oder eine friedliche Koexistenz anzustreben“. Washington unterstellte er erneut, allein das Ziel zu verfolgen, Nordkorea zu entwaffnen.“

Die dreitägigen Gespräche waren am Freitag ohne konkrete Schritte zur Entschärfung des Atomkonflikts beendet worden. Südkoreas zeigte sich dennoch optimistisch über die nächste Runde. Auf Seiten Washingtons sah Rah eine „flexible“ Haltung. „Die USA scheinen darin übereinzustimmen, dass der Atomkonflikt Schritt für Schritt und gleichzeitig behandelt werden muss."

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