Keine Stellungnahme des Roten Kreuzes
Saddams Anwalt wirft US-Armee Folter vor

Der gestürzte irakische Ex-Diktator Saddam Hussein soll nach Aussagen eines Anwalts von der US-Armee gefoltert worden sein. Mohammed Raschdan sagte am Dienstag der dpa in Amman, Saddam sei körperlich und psychisch misshandelt worden.

HB AMMAN. Radschdan, der nach eigenen Angaben von Saddam Husseins Ehefrau Sadschida in das Verteidiger-Team für den Ex-Machthaber benannt worden war, sagte: „Wir haben einen vertraulichen Bericht des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz erhalten, wonach der irakische Präsident am 21. Januar 2004 körperlicher und seelischer Folter unterworfen wurde und dadurch Verletzungen erlitt.“

Die Verteidiger Saddams hätten Vertreter des Roten Kreuzes bei einem Treffen am Mittwoch vergangener Woche in Amman aufgefordert, etwas dagegen zu unternehmen. Saddams Familie habe von ihm bislang erst einen nur noch 17 Wörter umfassenden Brief erhalten, nachdem die US-Armee drei Viertel des Textes geschwärzt habe. Saddam habe dem Roten Kreuz inzwischen einen zweiten Brief übergeben, der aber von den Amerikanern noch nicht freigegeben worden sei.

Das Rote Kreuz nahm zu den Vorwürfen des Anwalts zunächst nicht Stellung. Eine Rot-Kreuz-Sprecherin hatte zuvor erklärt, bis zum Ende der Besatzung am 30. Juni müsse Saddam Hussein nach internationalem Recht entweder angeklagt oder freigelassen werden. Der von den Amerikanern gestürzte Ex-Präsident wird seit seiner Gefangennahme in einem Erdloch nahe seiner Heimatstadt Tikrit von der US-Armee an einem geheimen Ort festgehalten.

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