Keine Steuergeschenke
Obama geht gegen Sonderregelungen vor

Barack Obama will keine Steuer-Schlupflöcher für Unternehmen abschaffen und die verarbeitende Industrie stärken. Doch die Opposition hat eigene Vorstellungen.
  • 2

New YorkÜber das US-Unternehmensteuersystem kann Barack Obama nichts Gutes sagen - es sei „überholt, unfair und ineffizient“. Es „belohnt Unternehmen dafür, dass sie Jobs und Gewinne ins Ausland verlagern, und es bestraft Unternehmen, die in Amerika bleiben, wo die Steuersätze zu den höchsten der ganzen Welt gehören“, schimpfte der Präsident. Das soll sich ändern, vergangene Woche präsentierte Obama seine Pläne für eine Reform der Unternehmensteuern.

Von derzeit 35 Prozent auf 28 Prozent will Obama die Körperschaftsteuer senken. Auf sinkende Steuerzahlungen können viele Unternehmen aber dennoch nicht setzen: Präsident Obama will im Gegenzug Dutzende von Schlupflöchern und Ausnahmeregelungen abschaffen, die US-Konzerne rege für sich nutzen.

Dazu zählen die Steuergeschenke für die Öl- und Gasindustrie, die sich auf 40 Milliarden Dollar über zehn Jahre belaufen. Stattdessen will der Präsident die verarbeitende Industrie fördern, um die Unternehmen zur Schaffung neuer Arbeitsplätze zu ermuntern.

So soll es größere Abzugsmöglichkeiten geben für Firmen, die ihre Produktion und ihre Forschung im Inland stärken, statt sie nach Übersee zu verlagern. Die tatsächlich zu tragende Steuerlast soll nach Obamas Plänen von derzeit rund 31 auf etwa 25 Prozent sinken.

Den Demokraten im Weißen Haus ist es schon lange ein Dorn im Auge, dass Unternehmen die vielen Schlupflöcher geschickt ausnutzen, um möglichst wenig an den Fikus abführen zu müssen. „Wir wollen ein System wiederherstellen, in dem der Erfolg eines US-Unternehmens davon abhängt, wie gut die angebotenen Produkte oder Dienstleistungen sind und nicht davon, wie kreativ die Steuerberater und die Lobbyisten sind“, sagte Finanzminister Tim Geithner. So hat etwa der Mischkonzern General Electric (GE) laut „New York Times“ dank geschickter Gestaltung 2010 keine Steuern an den Bund gezahlt.

Obamas Plan sieht nun vor, in den nächsten zehn Jahren 250 Milliarden Dollar zusätzlich einzunehmen. Doch der Weg dorthin ist steinig, wie auch Regierungsvertreter einräumen. Denn Obama braucht für seine Reform die Unterstützung der Republikanischen Partei. Die sucht gerade einen Kandidaten, der bei den Präsidentschaftswahlen im November gegen Obama antritt. Und die Kandidaten haben eigene Vorstellungen für eine Steuerreform. Beobachter in Washington rechnen deshalb nicht damit, dass eine Reform noch in diesem Jahr verabschiedet wird.

 

Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Deskchefin Agenda

Kommentare zu " Keine Steuergeschenke: Obama geht gegen Sonderregelungen vor"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • cool bleiben man

  • Obama verkündet, er mache "keinen spaß" mit dem Iran bei seinem Treffen mit Netanjahu, der Ölpreis fällt ja auch mal wieder. Was für eine Marionette im Schafspelz! Bei der EINEN ist die Stasi-Akte weg, bei dem Anderen die Geburtsurkunde...
    die Menschheit will verarscht werden, dabei haben alle doch so sehr mit der Infoquelle Nr.1 zu tun , dem Internet. Aber NICHTS kommt in den hohlen Birnen an! Ich verhehle nicht, daß ich mittlerweile nur noch Verachtung fühle für die breite Dumm-Masse, die meine und die Existenz meiner FAMILIE aufs Spiel setzt, empfinde...

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%