„Keine unkooperative Steueroase“
Liechtenstein will Schmuddelimage loswerden

Klaus Tschütscher, der künftige Regierungschef Liechtensteins, will sein Land vom Image der Oase für Steuerhinterzieher befreien. Dazu wolle er zunächst Kontakt zur OECD suchen, erklärte er am Mittwoch in einem Interview. Schon zuvor hatte Prinz Max von und zu Liechtenstein eine mögliche Kooperation mit Steuerbehörden anderer Länder angedeutet.

HB VADUZ. Ziel sei, dass die OECD das Land von ihrer "Schwarzen Liste" nehme, sagte Tschütscher am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. "Es ist notwendig, vom Image einer unkooperativen Steueroase wegzukommen", sagte der designierte Regierungschef, der die Wahlen am 8. Februar gewonnen hatte. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat neben Liechtenstein nur noch Andorra und Monaco auf ihrer Liste der unkooperativen Länder in Steuerfragen.

Liechtenstein stand Anfang 2008 im Mittelpunkt des größten deutschen Steuerskandals, nachdem ein Angestellter der LGT Bank Kundendaten an deutsche Steuerbehörden verkauft hatte. Den Steuerfahndern lagen daraufhin Daten von tausenden Bundesbürgern vor, die Geld vor dem deutschen Fiskus in Liechtenstein versteckten. Dabei war der Ex-Post-Chef Klaus Zumwinkel im Januar wegen Steuerhinterziehung zu einer Strafe von zwei Jahren auf Bewährung und einer Geldstrafe von einer Million Euro verurteilt worden.

Schon Anfang Februar hatte das Land durchblicken lassen, offenbar zu der von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück geforderten engeren Kooperation bei der Bekämpfung der Steuerhinterziehung bereit zu sein. "Wir müssen eine für alle Seiten akzeptable Lösung finden", hatte Prinz Max von und zu Liechtenstein in einem Zeitungsinterview erklärt. Das könne "auch eine engere Kooperation der Steuerbehörden beinhalten". Mit den USA hatte das Fürstentum bereits vor einigen Wochen eine solche engere Zusammenarbeit vereinbart. Danach werden künftig beim begründeten Verdacht von Steuerdelikten Informationen mit den US-Behörden ausgetauscht. Der Prinz ist auch Chef der LGT Bank, dem größten Finanzhaus im Fürstentum.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%