Keine Unterstützung
Krisen-Europa schlägt Chinas Hilfsangebot aus

Die drei G20-Schwellenstaaten Brasilien, Indien und China können mit ihrem Euro-Rettungsvorstoß nicht punkten. Europa will seine Krise allein lösen, sagt Schäuble. Und er skizziert auch, wie das gelingen soll.
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ParisBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hält ein Angebot der Schwellenländer zu einer Aufstockung des Internationalen Währungsfonds (IWF) für unnötig. „Der IWF hat genug Mittel, um seine Aufgaben zu erfüllen“, sagte Schäuble zum Auftakt eines G20-Ressortchef- und Notenbankcheftreffens am Freitagabend in Paris. Die Europäer müssten den wesentlichen Teil ihrer Aufgaben schon selber machen.

Die drei G-20-Schwellenstaaten Brasilien, Indien und China wollen dem IWF zu mehr Feuerkraft verhelfen, damit er den Sorgenkindern der Euro-Zone stärker unter die Arme greifen kann. Das Angebot zeige, „dass die weltweite Solidarität mit der Euro-Zone im Wachsen begriffen ist“, sagte Schäuble. Zugleich zeige sich darin, dass die Europäer eine große Verantwortung für die Weltwirtschaft hätten.

Zuvor hatte auch schon US-Finanzminister Timothy Geithner erklärt, die vorhandenen finanziellen Ressourcen reichten zur Bewältigung der Euro-Krise aus. IWF verfüge über „substanzielle, nicht vergebene, verfügbare“ Finanzmittel, sagte Geithner dem US-Sender CNBC. Geithner wies darauf hin, dass neben den IWF-Mitteln auch die eigenen Ressourcen der Europäer genutzt werden könnten. Die Probleme in Europa seien zwar „kompliziert“, aber sie könnten „gut mit den europäischen Ressourcen“ gelöst werden, fügte der US-Finanzminister hinzu.

Der südafrikanische Finanzminister Pravin Gordhan hatte zuvor die Ansicht vertreten, die Mittel von IWF und Europäischer Union könnten sich als „unpassend“ erweisen, eine Ausweitung der Schuldenkrise zu vermeiden. Gordhan deutete an, dass die sogenannte BRICS-Gruppe der aufstrebenden Wirtschaftsmächte Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika dann weitere Hilfestellung leisten könne.

Laut „Financial Times“ liegen zwei Modelle auf dem Tisch. Zum einen könnten die drei Schwellenländer Anleihen des IWF kaufen, und mit dem Geld könnte sich der Fonds in der Eurozone engagieren. Ein anderer Weg wäre, einen Rettungsfonds nach Vorbild des Euro-Schirms EFSF beim IWF einzurichten. Dazu müssten die Mitgliedsländer in diesen Fonds einzahlen, und die neue Zweckgesellschaft könnte dann Kredite an die Euro-Sorgenkinder weiterreichen oder zur Stützung der Banken einsetzen. Da keine Bereitschaft der USA zu erwarten ist, sich an dem Plan zu beteiligen, würden sich die Schwellenländer mit ihrem Engagement mehr Einfluss im IWF sichern.

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  • Politik: Rettung vor "Ansteckungsgefahren" erfolgt mit dem "Virus Schulden"! Die hilflosen Rettungsaktionen von Berlin, Paris und Brüssel erinnern mich an die Geschichte "Terminator 3 – Rebellion der Maschinen": Robert Brewster, ein Offizier im Pentagon hatte einen sagenhaften Antivirus-Rettungsschirm Namens Skynet (EFSF/ESM) erfunden. Aber die Terminatrix T-X, ein weiblicher Prototyp des modernsten Terminatormodells, ausgestattet mit furchteinflößender Stärke, integrierten Waffen und mit der Fähigkeit, andere Computer umzuprogrammieren und zu steuern hat den Auftrag, alle wichtigen Offiziere des späteren Widerstands, die den Terminatoren und Skynet gefährlich werden können, auszuschalten. Sie infiziert die Prototypen des Terminatormodells T-1 des Erfinders Robert Brewster mit ihren Nanorobotern. Als Skynet von Robert Brewster aktiviert wird, lernt Skynet mit unglaublicher Geschwindigkeit (drei Teraflops) und beginnt den Kampf der Maschinen gegen die Menschen. Da von der Politik nun ein ganzes Haus angezündet wurde, nur um zwei Eier zu kochen, um eine Pleite von einigen Banken und kleinen Staaten nur AUFZUSCHIEBEN, entwickelt sich der "Virus Schulden" zu einer Mutation und alle restlichen gesunden Staaten werden von "Skynet" (EFSF/ESM) infiziert und angesteckt und am Schluss vernichtet.

  • Schäuble hat sich vom einstigen Innenminister unter Kohl jetzt in der Regierung Merkel zum absoluten Despoten entwickelt. Was sit mit ihm? Ist er krank?
    Der Mann gehört endlich weg

  • Nee, leider.
    Die Deutschen sind nach wie vor extrem obrigkeitshörigund staatsgläubig. Ich dachte imemr, das habe sich nach dem 2. WK geändert, aber leider hat man nichts daraus gelernt.
    Wie in den USA müßten doch eigentlich auch bei uns in Massen die Bürger auf der Straße sein und die Gewerkschaften, angeblich doch Anwalt der kleinen Leute, müßte dies organisieren. Aber die sind mittlerweile Teil des polit. Systems geworden, zu fett, zu träge, zu faul und auch nur an eigenen Posten udn Pöstchen interessiert

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